Am Anfang war die Gstett’n

neue überarbeitete Auflage des beliebten Gstett’nführers der Wiener Umweltanwaltschaft erschienen

Wien, (OTS) Immer seltener hört man die Bezeichnung, immer seltener findet man sie auch noch - die echte Wiener Gstett’n. Zur Freude vieler WienerInnen gibt es sie aber immer noch, die leicht verwilderten verwachsenen freien Flächen. Die MitarbeiterInnen der Wiener Umweltanwaltschaft haben dank der regen Nachfrage soeben die zweite Ausgabe des "Gstett’nführers" herausgebracht. Mit diesem Gstett’nführer möchte die Wiener Umweltanwaltschaft auf die noch existierenden Gstett’n, einen Lebensraum in der Stadt, dessen Wert meist unterschätzt wird, aufmerksam machen. Die Broschüre "Am Anfang war die Gstett’n" ist für Kinder ab ca. 10 Jahren verständlich, enthält zahlreiche Abbildungen und interessante Hinweise zu Naturbeobachtungen auf Stadtwildnisflächen und ist gegen einen Unkostenbeitrag von 25.- Schilling in der Wiener Umweltanwaltschaft, 1190 Wien, Muthgasse 62, Tel. 37979, E-mail: post@wua.magwien.gv.at erhältlich.****

Gstett’n sind nicht nur wertvolle Rückzugsräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, sie sind auch faszinierende Spielplätze für Stadtkinder. Wo verwachsene Ruinen mit dem Reiz des Verbotenen locken, finden sich vielfach letzte Freiräume in einer zunehmend reglementierten Umgebung. Darauf weist der Gstett’nführer hin. Neben Vegetationsentwicklung und ökologischer Bedeutung werden diverse Gstett’n, Bahndämme und Schotterteiche hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Betretbarkeit und teilweise ihrer Geschichte näher vorgestellt.

Auf zwei Spaziergängen wird gezeigt, wie sich die Natur mitten in der Stadt in Mauerritzen, Gehsteigkanten und auf Kiesdächern ihren Lebensraum zurückerobert.

Neue Gstett’n entstehen

Als temporäre Lebensräume unterliegen Gstett’n einer stetigen Veränderung, was in der Überarbeitung selbstverständlich berücksichtigt wurde. So manche Wildnis wurde verbaut, allerdings sind in den letzten Jahren auch neue Gstett’n entstanden, da die Ursachen für ihre Entstehung nach wie vor wirksam sind: Gärtnereien und Äcker bleiben unbearbeitet, Industrieruinen verfallen langsam und Kleingartenanlagen verwildern, weil die Folgenutzung aus verschiedensten Gründen oft Jahre auf sich warten lässt. Die Beschreibungen im Gstett’nführer haben weiterhin beispielhaften Charakter, eine flächendeckende Erhebung übersteigt leider nach wie vor die Möglichkeiten der Umweltanwaltschaft.

Seit 1998 hat Wien ein neues Naturschutzgesetz, welches zur Vernetzung von Grünstrukturen die Ausweisung Ökologischer Entwicklungsflächen ermöglicht. Gstett’n können nunmehr erhalten und durch Pflegemaßnahmen gezielt entwickelt werden.

Ebenso wichtig wie der gesetzliche Schutz ist aber die Bewusstseinsbildung. Auch dazu soll der Gstett’nführer einen Beitrag leisten.

Die temporäre Nutzung von Baulücken als Freiräume für Kinder und Jugendliche wird mittlerweile von der Mehrfachnutzungskoordinatorin der Stadt Wien betrieben, die bereits erste Erfolge vorweisen kann. Offensichtlich ist das Bewusstsein für die "Wildnis in der Stadt" bereits ein wenig gewachsen. Mit der Neuauflage des Gstett’nführers hofft die Umweltanwaltschaft, weiter zur Akzeptanz der ungeplanten Natur in der Stadt beizutragen. (Schluss) hrs/wua

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