Kadenbach: Immer mehr Vollzeitarbeitsplätze werden zu geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen abgewertet

Schöngefärbter Beschäftigungsboom geht v.a. zu Lasten von Frauen

St. Pölten (SPI) - Eine "kritische und nicht unbedingt positive Entwicklung" am Arbeitsmarkt sieht die SPNÖ-Landtagsabgeordnete und Landesparteigeschäftsführerin Karin Kadenbach im Bereich der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse. Allein im Vergleichszeitraum April 1998 bis April 2001 stieg die Zahl der geringfügig Beschäftigten - laut Hauptverband der Sozialversicherungsträger - von 167.270 auf 206.497. "Vordergründig betrachtet ein Erfolg. Doch sehe ich darin eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Beschäftigten", so Kadenbach. Oft wird nämlich dabei übersehen, dass der vielzitierte Rückgang der Arbeitslosigkeit und die Schaffung von Arbeitsplätzen nicht selten in der Reduktion vorhandener Vollzeitarbeitsplätzen begründet liegt. Die allgemeine Tendenz, Menschen immer mehr in minderqualitative ‚Mc-Jobs‘ abzudrängen, ist sozialpolitisch höchst bedenklich - nicht nur, weil diese Jobs schlecht bezahlt sind und große zeitliche Flexibilität erfordern, sondern vor allem auch weil die ArbeitnehmerInnen rechtlich und versicherungstechnisch schlechter gestellt sind. "Um es auf den Nenner zu bringen: es wird viel verlangt und wenig dafür geboten", so die SPNÖ-Politikerin ****

Positiv anzumerken ist, dass seit 1998 geringfügig Beschäftigte in die Sozialversicherung aufgenommen wurden. Dies Maßnahme soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Betroffene nach wie vor schlecht abgesichert sind, v.a. die Pensionsvorsorge betreffend. Betroffen sind mehrheitlich Frauen, da ihr Anteil fast dreifach so hoch ist, wie der der Männer. Von den 206.497 geringfügig Beschäftigten sind 147.995 Frauen. "Die gegenwärtige Arbeitsmarktentwicklung ist bedenklich, da immer öfter Teilzeitarbeitsplätze geschaffen werden und somit ein Zuwachs an Beschäftigten fast immer mit einer Reduktion von Arbeitszeit einhergeht. Für ein zukunftsträchtiges Problemlösungskonzept ist mir das zuwenig. Die Devise ‚aus eins mach zwei‘ ist schöngefärbte Arbeitslosenstatistik. Mit einem Beschäftigungsboom hat das nichts zu tun", so Kadenbach
(Schluss) rs

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel: 02742/9005 DW 12794

Landtagsklub der SPÖ NÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN/SPI