Trafikanten appellieren an Politik und Medien

Provisionskürzung bei Briefmarken ist nicht hinnehmbar

Wien (OTS)- Der Vorsitzende der Fachvereinigung der Trafikanten im Freien Wirtschaftsverband, Komm.-Rat Arnold Rosenberger, wendet sich mit einem dringenden Hilferuf an die Öffentlichkeit, die Medien und die Politiker:

In einem kaltblütigen Handstreich hat die Post den Trafikanten die Provision für den Verkauf von Briefmarken von 7 auf 2 Prozent gekürzt. Dies ist ein harter und herzloser Schlag, der vor allem die vielen behinderten Menschen trifft, für die ihre Trafik die absolut Existenzgrundlage darstellt. An die Politiker aller Parteien und an die Medien ergeht der dringende Hilferuf mitzuwirken, dass dieser ungeheuerliche Schritt rückgängig gemacht wird!

70 Prozent der Provision weggenommen

Ein schwerer und unverständlicher Schlag gegen die Trafikanten. Bisher erhielten sie für den Verkauf von Briefmarken eine Verkaufsprovision von 7 Prozent. Das war mit der Postverwaltung so vereinbart und festgehalten worden. Mit Mai 2001 hat die Post die Provision brutal und eigenmächtig auf 2 Prozent gekürzt. Das bedeutet: Die Trafikanten erhalten für die gleiche Arbeit und die gleiche Leistung wie bisher seit Anfang Mai um mehr als zwei Drittel weniger. Eine unzumutbare Vorgangsweise.

Post nützt Monopolstellung brutal aus

Die Post nützt dabei ihre Monopolstellung brutal aus, wobei ihr die Privatisierung als Vorwand und Schutzschild dient. Dass von der drastischen Kürzung vor allem viele behinderte Menschen und ihre Familien betroffen sind, für die ihre Trafik die einzige Einkommensmöglichkeit und Existenzgrundlage ist, scheint die hochbezahlten Manager in den Vorstandsetagen bei ihren Sanierungsplänen wenig zu berühren. Im Klartext heißt das: Für Fehler und Versäumnisse der Post in der Vergangenheit müssen nun die Trafikanten bezahlen. Die können sich dagegen nicht wehren. Eine Anzeige beim Kartellgericht wurde allerdings bereits eingebracht.

Flächendeckende Versorgung in Gefahr

Die Trafikanten müssen überlegen, ob es bei 2 Prozent Provision betriebswirtschaftlich überhaupt noch sinnvoll und verantwortbar ist, Postwertzeichen zu führen. Schließlich müssen sie die Briefmarken vorfinanzieren und gewähren damit bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Briefmarken in der Trafik verkauft werden, der Post einen kostenlosen Kredit. Wenn sich der Verkauf von Briefmarken für die Trafiken nicht mehr rechnet, ist die flächendeckendeVersorgung der Bevölkerung ernsthaft in Gefahr. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Sparpläne der Post die Schließung zahlreicher kleinerer Postämter vorsehen. In manchen Gemeinden wird man dann, um eine Briefmarke zu kaufen, in den nächsten Ort fahren müssen.

Tourismus und Ältere als Leidtragende

Zu den Leidtragenden einer drohenden Unterversorgung werden ganz sicher die älteren Menschen in unserem Lande zählen. Sie sind nicht so mobil und wenn sie in der Trafik in ihrer Nähe keine Briefmarken mehr bekommen und das nächste Postamt möglicherweise auch bereits geschlossen wurde, wird es für sie äußerst beschwerlich. Aber auch der Tourismus und unser Image als Urlaubsland werden Schaden erleiden, wenn es für die Gäste schwierig bis unmöglich wird, Briefmarken für ihre Ansichtskarten aus dem Urlaubsland Österreich zu bekommen.

Hilferuf an alle Politiker und die Medien

Die Trafikanten wehren sich entschieden und zu Recht gegen die ungerechtfertigte Kürzung der Verkaufsprovision bei den Briefmarken. Insbesondere im Hinblick auf die vielen behinderten Menschen in den Reihen ihrer Berufsgruppe, denen es wirtschaftlich keinesfalls glänzend geht. Die Sanierung der privatisierten Post auf deren Rücken durchzuführen, wäre mehr als unfair und unverantwortlich. Dieses Informationsblatt geht an alle Regierungsmitglieder, die Politiker und Abgeordneten aller Parteien im Parlament und im Wiener Landtag und an die Medien des Landes mit dem dringenden Hilferuf, sich dafür einzusetzen und mitzuwirken, dass diese drastische Provisionskürzung rückgängig gemacht wird. Dabei geht es, so Trafikantenfunktionär Arnold Rosenberger, nicht darum, dass die Politik in ein Wirtschaftsunternehmen "hineinregiert", sondern um den berechtigten Anspruch auf Schutz der sozial Schwächeren in unserem Land.

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