"Kleine Zeitung" Kommentar: "Worte zur Lage" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 16.05.2001

Graz (OTS) - Abgesehen davon, dass weniger mehr gewesen wäre -eineinhalb Stunden Länge ist selbst für eine gute Rede zu viel -, hat Wolfgang Schüssel gestern eine wirkliche Kanzlerrede gehalten.

Die Passagen über die Probleme der Bioethik und der Sterbebegleitung zeigten, dass sich hier einer der Schwere politischer Verantwortung bewusst ist.

Mut hat Schüssel auch darin gezeigt, dass er der Frage des Pensionsalters nicht ausgewichen ist, sondern seine Äußerung vom 1. Mai sogar noch akzentuiert hat. Nur muss man ihn fragen: Warum hat er das alles nicht schon bei den mindestens zwei halbherzigen Anläufen zur Pensionsreform gewusst, an denen er beteiligt war?

Schüssel hat aber auch einige handfestere Mitteilungen parat gehabt.

Zunächst an die eigenen Anhänger und Funktionäre: Sich zwar bei einer Kanzlerrede an der Sonne der Macht zu wärmen, sich sonst aber an ihm abzuputzen, ist zu wenig für den Erfolg.

An die FPÖ: Schüssel wird zwar bis zur Selbstverleugnung loyal zum Koalitionspartner stehen, direkte Hilfe darf er aber nicht erwarten.

An die Gegner: Die Hoffnung, ihm sei der Atem ausgegangen, sollten sie sich besser nicht machen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS