ÖGB-Frauen: Eine zeitgemäße Familienpolitik ist gefragt!

Konservatives Familienmodell geht an der Realität vorbei

Wien (ÖGB). "Einen Familienbegriff zu beschwören, den es heutzutage nicht mehr gibt, wie es die derzeitige Regierung beispielsweise mit ihrem Kinderbetreuungsgeld macht, hat keinen Sinn", nahm Sylvia Ledwinka, ÖGB-Frauensekretärin, zum heutigen Internationalen Familientag Stellung. "Angesichts der Tatsache, dass es immer mehr AlleinerzieherInnen gibt, ist es mehr den je notwendig, eine Familienpolitik zu betreiben, die der Realität angemessen ist." Dazu gehören Maßnahmen, die die Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung ebenso erleichtern, wie langfristige Verbesserungen für Berufstätige mit Kindern bringen.++++

Die Ausrichtung der Familienpolitik auf ein konservatives Familienmodell gehe an heutzutage gelebten Beziehungen vorbei. Die traditionelle Form des ehelichen Zusammenlebens werde immer mehr durch verschiedene Formen einer unkonventionelleren Partnerschaft ersetzt. Über 40 % der jungen Mütter sind bereits Alleinerzieherinnen, die Scheidungsrate lag in Österreich im Jahre 99 bei 40 %. "Als Konsequenz fordern die ÖGB-Frauen, dass endlich die Erwerbsorientiertheit in den Mittelpunkt gestellt wird und Maßnahmen gesetzt werden, die ArbeitnehmerInnen die Vereinbarkeit von Beruf und Kindererziehung erleichtern", so Ledwinka. Einer der wichtigsten Punkte ist hier die flächendeckende Schaffung von Kinderbetreuungseinrichtungen, wobei insbesonders die Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der ArbeitnehmerInnen angepasst werden müssen.

Die ÖGB-Frauensekretärin kritisierte einmal mehr das Kinderbetreuungsgeld. "Auch 6.000 Schilling sind zuwenig, um Armut für Familien zu mildern oder zu verhindern, vor allem wenn gerade die AlleinerzieherInnen in zunehmendem Maße von Armut bedroht sind. Nur durch Modelle wie die nunmehr gefährdete Teilzeitkarenz, besteht eine tatsächliche Chance zur Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben. Die einzige gerechte Alternative für ArbeitnehmerInnen ist die Einführung eines einkommensabhängigen Karenzgeldes. Deshalb haben wir das Karenzgeld PLUS vorgestellt, das erstmals eine Existenzsicherung für berufstätige Eltern garantiert", so Ledwinka abschließend. (lu)

ÖGB, 15. Mai 2001
Nr. 406

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