Löschnak: Neues ORF-Gesetz gefährdet auch den Sport

BSO-Präsident warnt vor finanziellen Folgen des Eingriffs in ORF

Wien (OTS) - Der von den Regierungsparteien ÖVP und FPÖ geplante gesetzliche Eingriff in den ORF wird nicht nur für das Unternehmen selbst zu ökonomischen Problemen führen, sondern auch den österreichischen Sport in Teilen seiner Existenz , vor allem aber in seiner öffentlichen Wirkung gefährden, warnte der Präsident der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO), Dr. Franz Löschnak, Dienstag in Wien. Als früherer Gesundheitsminister bedauerte Löschnak insbesondere, dass dadurch die Funktion des Sports als ein wichtiger Träger der gesundheitlichen Prävention gefährdet werden könnte.

Löschnak machte darauf aufmerksam, dass das künftige ORF-Gesetz in Form der in Begutachtung befindlichen Regierungsvorlage die Sportberichterstattung im ORF ernsthaft in Frage stellen würde. Das betrifft etwa die Sportübertragungen auf dem Sportkanal TW1, wodurch vor allem Randsportarten nicht mehr in der Berichterstattung des ORF vorkommen würden.

Verbot von Bandenwerbung im Fernsehen gefährdet Sportveranstaltungen

Nicht nur das geplante Verbot von "Product placement" bei Sportsendungen, zu dem auch Gewinnspiele zählen, würde künftig die Finanzierbarkeit solcher Sportsendungen beeinträchtigen, von der Gesetzesnovelle betroffen ist auch der mediale Transport von Sponsorwerbung im Rahmen von Sportveranstaltungen, die vom ORF übertragen werden. Künftig wäre der mediale Transport von Bandenwerbung, von Werbung am Boden des Spielfelds, auf der Kleidung der Sportler bzw. an Sportgeräten etc., unmöglich. Das würde dazu führen, dass Kamerapositionen gewählt würden, die diese für die Finanzierung von Sportveranstaltungen notwendige Sponsorwerbung im Bild nicht mehr zeigen würden. Damit wäre das natürlich für die Sponsoren nicht mehr attraktiv, so dass der Sport einen hohen finanziellen Schaden erleiden würde, sagte Löschnak.

Darüber hinaus würde die neue Regelung von Patronanzsendungen (die im Sport üblich sind, um die Finanzierbarkeit von Übertragungen sicher zu stellen) viele Sportübertragungen im Fernsehen gefährden. Das würde beispielsweise, so der BSO-Präsident, die "Krone-Fußball-Gala" betreffen, aber auch viele andere etablierte Sportsendungen. Diese Neuregelung ist umso unverständlicher, als im Bereich der Fußball-Champions League diese Sonderform des Sponsorings sogar vom Lizenzinhaber vorgeschrieben ist, ohne dass der ORF dafür Einnahmen erhält.

Auch weitere in der ORF-Novelle vorgesehenen Neuregelungen gefährden den Sport in seinen ökonomischen oder publizistischen Möglichkeiten: So wird etwa "Merchandising" - mit Ausnahme jener Produkte, die einen Bezug zu eigen oder im Auftrag produzierten Sendungen haben - faktisch unmöglich gemacht. Gerade im Sportbereich war aber die gemeinsame Herstellung von solchen Produkten in Zusammenhang mit großen Sportereignissen oder anlässlich von Sport-Jubiläen von großer Bedeutung. Eine solche Zusammenarbeit zwischen dem ORF und dem österreichischen Sport wäre aber in Zukunft ausgeschlossen.

ORF-Gesetzesnovelle ist "grober Unfug!"

Aus all dem (und noch aus einer Reihe anderer Punkte) ergibt sich für die BSO als Vertreterin des gemeinnützigen Sports in Österreich, unter deren Dach sich an die 3 Millionen Menschen sportlich betätigen, der Schluss, dass mit dem geplanten neuen ORF-Gesetz der Sport bewusst oder unbewusst ökonomisch getroffen wird. Damit würde auch der Sport in seiner präventiven Wirkung auf die Volksgesundheit nachhaltig gefährdet, kritisierte Löschnak.

Erst kürzlich habe sowohl eine vom Bundesministerium für Soziales und Generationen in Auftrag gegebene und von der BSO im Zusammenwirken mit der Universität Wien erarbeitete Studie, als auch eine Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts ergeben, dass dem Sport in Bezug auf seinen volkswirtschaftlichen Nutzen hohe Bedeutung zukommt. "Umso unverständlicher ist die Zielrichtung dieser ORF-Gesetzesnovelle, die grober Unfug ist", stellte Löschnak abschließend fest.

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