ÖGB: Abfertigung für alle statt Zwangsbeglückung

ArbeitnehmerInnen entscheiden selber, wie sie ihre Abfertigung verwenden

Wien (ÖGB). "Die Abfertigung ist ein Lohnbestandteil und steht daher allen ArbeitnehmerInnen bereits ab dem ersten Tag ihres Dienstverhältnisses zu - auch bei Selbstkündigung", erklärte ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits am Dienstag. Sie warnte die Regierung davor, die Abfertigung de facto abzuschaffen und sie in eine Betriebspension umzuwandeln. "Das wäre ein massiver Eingriff in das Arbeitsrecht. Die ArbeitnehmerInnen entscheiden selber, wie sie ihr Geld am besten verwenden." +++++

Die ÖGB-Vizepräsidentin erinnert an den eigentlichen Zweck der Abfertigung: "Sie dient der Überbrückung wirtschaftlich schwieriger Zeiten, etwa während der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz. Daher muss die Abfertigung in Zukunft auch bei Selbstkündigung auf Wunsch des Arbeitnehmers ausbezahlt werden." Auch dürfe die von den Arbeitgebern immer wieder geforderte Flexibilität der ArbeitnehmerInnen nicht mit dem Verlust des Abfertigungssystems bestraft werden.

Der ÖGB lehne jeden Versuch ab, die Abfertigungsansprüche, die sich die ArbeitnehmerInnen durch langjährige Arbeit selbst verdient haben, zwangsweise in Pensionskassen einfließen zu lassen. "Wie die Abfertigung verwendet wird, muss allein im Entscheidungsrecht der ArbeitnehmerInnen liegen", betonte Csörgits.

"Wir GewerkschafterInnen fordern ein modernes Abfertigungsrecht, das den realen Gegebenheiten am Arbeitsmarkt gerecht wird", sagt die ÖGB-Vizepräsidentin.

Die ÖGB-Forderungen zu einer echten Abfertigungsreform:

Abfertigung auch bei Selbstkündigung - mobil sein darf nicht bestraft werden.
Auslagerung der Abfertigungen in Abfertigungskassen - Abkoppelung vom Unternehmensschicksal
Abfertigungsbeiträge für alle Arbeitnehmerinnen - nicht nur für Langzeitbeschäftigte.
Geradliniges Anwachsen der Abfertigung - weg mit den Abfertigungssprüngen.
Kein Eingriff in bestehende Ansprüche - an den bestehenden Abfertigungsansprüchen darf nicht gerüttelt werden. (kr)

ÖGB, 15. Mai 2001
Nr. 404

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