- 11.05.2001, 13:08:05
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- OTS0187 OTW0140
Erhöhung des Saisonierkontingents um 340 Plätze wird von der Wirtschaftskammer Salzburg vehement gefordert
Drohende Personalnot muss abgewendet werden
Salzburg, 11. Mai 2001/WK Sbg. Zweimal im Jahr müssen Salzburgs
Gastronomen und Hoteliers zittern: Die Tourismusbetriebe stellen
sich vor jeder Sommer- und Wintersaison die bange Frage "Bekomme ich
genug Personal?" Auch für die anstehende Sommersaison drohen der
Tourismuswirtschaft massive Personalengpässe. Durch die Aufstockung
des Salzburger Saisonierkontingents um 310 Plätze, die heute,
Freitag, im AMS-Direktorium akkordiert wurde, könnte diese drohende
Personalnot wenigstens vorerst abgewendet werden. Die Vertreter der
Wirtschaftskammer im AMS-Direktorium hatten 340 zusätzliche
Saisoniers gefordert, was jedoch am Veto der Arbeiterkammer
scheiterte.
Nach einer guten Wintersaison deutet die derzeitige Buchungslage für
den Sommer auf einen ähnlich positiven Verlauf hin. In diese
optimistische Stimmung mischt sich jedoch ein riesiger
Wermutstropfen: Die Salzburger Tourismusbetriebe stehen vor dem
schlimmsten Personalnotstand seit Jahren! Die einzige Gegenmaßnahme,
die bis zum Saisonstart wirklich noch greifen kann, ist die Erhöhung
des Saisonierkontingents, für die die beiden Vertreter der
Wirtschaftskammer Salzburg im AMS-Direktorium vehement eingetreten
sind.
Kontingent vollständig ausgeschöpft
Ursprünglich hatte Salzburg 1055 Saisoniers für den Sommer
beantragt, aber eine Kürzung auf 725 hinnehmen müssen. Nachdem
jedoch dieses Kontingent bereits jetzt mehr als ausgeschöpft ist -
etwa 340 Anträge auf Saisoniers können derzeit nicht mehr
berücksichtigt werden -, war die Forderung der Wirtschaftskammer
nach einer Kontingenterhöhung unumgänglich, die auch vom AMS selbst
unterstützt wird.
So sollen nach dem heutigen Beschluss dem Pinzgau 150 zusätzliche
Saisoniers (ursprünglich 250), dem Pongau 80 (ursprünglich 320), der
Landeshauptstadt 50 (ursprünglich 70), dem Tennengau 20
(ursprünglich 60) und dem Lungau 10 (ursprünglich 25) von
Wirtschaftsminister Bartenstein bewilligt werden.
Viele Arbeitslose, viele offene Stellen
Ende April waren beim AMS Salzburg rund 1400 Arbeitslose aus den
Fremdenverkehrsbranchen gemeldet, davon waren allerdings nur 350
sofort vermittelbar. Dem standen knapp 700 offene Stellen in diesem
Bereich gegenüber. "Es ist leider eine Tatsache, dass trotz
zahlreicher vorgemerkter Arbeitsloser viele offene Stellen nicht
besetzt werden können. Dieser Missstand darf aber nicht jedes Jahr
auf dem Rücken der Tourismuswirtschaft ausgetragen werden!", fordert
der Obmann der Sektion Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WK
Salzburg, Komm.-Rat Helmut Mayr.
"Die Betriebe brauchen genügend Personal, um ihr Qualitätsniveau zu
halten. Wenn wichtige Positionen nicht besetzt werden können, droht
vielen Unternehmen das vorzeitige Aus, womit auch inländische
Arbeitsplätze akut gefährdet sind. Auch geht der Personalmangel
zulasten der übrigen Mitarbeiter, die Überstunden leisten müssen. Im
ärgsten Fall können Betriebe nicht aufsperren, weil sie einfach kein
Personal haben!"
Arbeitsmarkt ausgetrocknet
"Sicher würden wir lieber Arbeitslose aus dem Inland statt Ausländer
beschäftigen. So lange jedoch die überregionale Vermittlung - trotz
aller Initiativen des AMS Salzburg - nicht funktioniert und entgegen
aller offiziellen Arbeitslosenzahlen einfach zu wenig geeignete
Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, führt an der Beschäftigung von
Saisoniers kein Weg vorbei", resümiert der Sektionsobmann.
Es ist jedoch laut Mayr nicht mehr allein das Problem der fehlenden
Saisoniers, das Personalnotstände verursacht. "Der Arbeitsmarkt für
inländische Fachkräfte wie Köche oder Kellner ist völlig
ausgetrocknet!", so Mayr. Gründe dafür sind die Abwanderung aus dem
Tourismus in andere Branchen sowie der ständige Ausbau von
touristischen Kapazitäten im In- und Ausland, der die Nachfrage nach
Personal steigert. Gleichzeitig machen sich auch immer mehr
Fachkräfte selbstständig.
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Salzburg
Presseabteilung
Tel.: 0662/8888 DW 345
bbauer@sbg.wk.or.at
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