• 11.05.2001, 09:19:13
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  • OTS0042 OTW0022

Sima zu Molterer/Kavan: "Temelin-Ausstieg darf kein Tabu-Thema sein!"

"Neben UVP muss Ende des Pannenreaktors im Zentrum stehen!"

Wien (SK) Der Temelin-Ausstieg darf laut SPÖ-Umweltsprecherin Ulli
Sima kein Tabu-Thema beim morgigen Gespräch zwischen Umweltminister
Wilhelm Molterer und dem tschechischen Außenminister Jan Kavan sein.
"Auch wenn im Vorfeld von beiden Seiten lediglich die in Melk
vereinbarte UVP thematisiert wird, so muss auch ein Szenario ohne
Temelin im Zentrum der Diskussion stehen. Die unsägliche Pannenserie,
die Kostenexplosion und nicht zuletzt die gestern präsentierten
Studien über die Möglichkeiten schwerer Unfälle und deren weiträumige
Auswirkungen, müssen Anlass genug für einen Temelin-Ausstieg sein",
fordert Sima. Sie kritisiert in diesem Zusammenhang die
Justament-Haltung von Prager Seite. "Bis heute halten die Betreiber
ohne Wenn und Aber an ihrem Prestige-Objekt fest und haben bisher
nichts dazu beigetragen, um den Melker Prozess mit Leben zu erfüllen.
Diesen unter den jetzigen Voraussetzungen noch einmal ankurbeln zu
können, muss zumindest bezweifelt werden." Der von Prag übermittelte
UVP-Bericht wäre äußerst mangelhaft gewesen und hätte weder
Null-Variante noch Szenarien schwerer Unfälle enthalten. Die
geforderte Nachbesserung des Berichts wurde von Prager Seite als
unsinnig zurückgewiesen. "Somit bleibt nicht viel Hoffnung auf eine
ordnungsgemäße Umsetzung der Gesamt-UVP", so Sima. Daher sei es
höchste Zeit, um über einen Ausstieg nachzudenken und diesen auch
konkret zu verhandeln, das Gespräch am Samstag solle dazu der Auftakt
sein. ****

In der Causa Temelin seien unzählige Fragen auch außerhalb der UVP
offen. So habe Industrieminister Gregr sein persönliches Schicksal
mit dem AKW Temelin verknüpft und im Fall einer Kostenüberschreitung
seinen Rücktritt angekündigt. Die derzeitigen Turbinenprobleme sind
gravierender als zugegeben und könnten zu einer Zwangspause bis zu
einem Jahr und damit zu einer Kostenexplosion ungeahnten Ausmaßes
führen. "Minister Molterer spricht sich angesichts des jetzigen
Stillstands für ein Überdenken des AKW-Projekts aus, was aber
letztlich nichts anderes heißen darf, als das endgültige Abdrehen.
Und genau dies muss er beim Gespräch am Samstag auch deponieren",
fordert Sima. Der Temelin-Strom werde in Tschechien nicht gebraucht,
er diene für den Export und würde den europäischen Strommarkt zu
Dumpingpreisen überschwemmen, erläutert die Umweltsprecherin. Somit
müsse nun auf allen Ebenen am Temelin-Ausstieg gearbeitet werden, das
Gespräch zwischen Molterer und Kavan am Samstag müsse der Startschuss
dafür sein. "Ohne Hilfe von EU-Ebene kann Tschechien das
Temelin-Desaster vermutlich nicht bewältigen. Temelin ist längst ein
gesamt-europäisches Problem, das es als solches umgehend zu lösen
gelte. (Schluss) ps/mp

Rückfragehinweis: Anita Voraberger, 0664/16 58 655

Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ

Tel.: (01) 53427-275
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