"Lebensraum Obstbaum": Renaissance für traditionelle Obstsorten

Baumaktion für Wiener Gartenbesitzer

Wien, (OTS) Mit der Aktion "Lebensraum Obstbaum lässt die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) aufhorchen: Jeder Wiener Gartenbesitzer kann seinen Garten mit traditionellen Obstbäumen bereichern. Mit Hilfe der gestarteten Aktion wurden in den vergangenen zwei Jahren mehr als 650 hochstämmige Obstbäume in 190 Wiener Gärten gepflanzt. 200 neue Bäume wurden jetzt an ihre Besitzer übergeben. Darunter war auch ein Baum mit dem attraktiven Namen "Gute Luise". Das Besondere daran: Dieser Birnbaum ist der fünfhundertste Obstbaum, der im Rahmen der Initiative gesetzt wurde.****

Umweltstadträtin Isabella Kossina: "Unser Ziel ist es, den alten Obstsorten zu einer Renaissance zu verhelfen. Denn in den letzten Jahrzehnten wurden die oft hunderte Jahre alten Sorten immer öfter von hochgezüchteten niederstämmigen Obstbäumen verdrängt. Mit den traditionsreichen Obstarten verschwanden aber auch zahlreiche Vögel, Schmetterlinge, Bienen und Marienkäfer. Nun finden Gartenrotschwanz, Pirol & Co in unseren Gartenanlagen wieder neue Lebensräume."

An der Aktion "Lebensraum Obstbaum" teilnehmen können alle, die einen Garten in Wien besitzen. Die hochstämmigen Obstbäume werden von der Umweltschutzabteilung kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Experten beraten auch, wie und wo man die Bäume am besten setzt. Wer im kommenden Herbst seinen Garten um einen alten hochstämmigen Obstbaum bereichern will, kann schon jetzt mit der Wiener Umweltschutzabteilung Kontakt aufnehmen und zwar unter der Telefonnummer 4000/88339 oder 4000/88237. Den nächsten Abholtermin gibt es dann voraussichtlich im Oktober 2001. Ein Folder zur Initiative "Lebensraum Obstbaum" kann bei der "Wiener Umwelt Hotline" unter 4000/88220 kostenlos angefordert werden.

Alte Obstbaumsorten - Eldorado für 30 Vogelarten und viele Schmetterlinge

Im Durchschnitt brauchen die alten Obstbaumarten etwa fünf Jahre, um sich zu entfalten und viele Früchte zu tragen. Hochstämmige, nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gespritzte Obstbäume mit so klingenden Namen wie Kronprinz Rudolf oder Rheinischer Krummstiel (Äpfel), Gellerts Butterbirne, Rote Williamsbirne, Graf Althans Ringlotte, Wagenheims Frühzwetschke oder Klosterneuburger Marille beleben den Garten mit einer fast unglaublichen Anzahl unterschiedlicher Tierarten. Auf einem einzigen Obstbaum können rund 1.000 verschiedene Kleintierarten vorkommen. Insekten, Spinnen und andere Kleintiere sind Nahrung für zahlreiche Vögel. Bis zu dreißig Vogelarten wie zum Beispiel Blutspecht, Grünspecht, Pirol, Stieglitz, Gartenrotschwanz oder Wendehals, nisten und brüten in den Obstbäumen oder jagen in den Gärten.

Der Gartenrotschwanz ist ein Zugvogel, der erst im April aus seinen Überwinterungsgebieten in Afrika zu uns kommt. Im August, nachdem er seine Jungen großgezogen hat, verlässt er Wien wieder. Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist die Anzahl der Gartenrotschwänze drastisch zurückgegangen.

Auf Wildkirschenbäumen werden bis zu fünfzig verschiedene Schmetterlingsarten gezählt, darunter das Wiener Nachtpfauenauge, Wiens größter Schmetterling mit einer Flügelspannweite von bis zu sechzehn Zentimetern. Seine großen grünen, blaupunktierten Raupen ernähren sich vor allem von den Blättern von Kirschen- und Marillenbäumen. Noch vor wenigen Jahrzehnten war der auffällige Nachtfalter in den naturbelassenen Wiener Gärten alles andere als selten. Heute ist das Wiener Nachtpfauenauge eine große Rarität und steht auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten.

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(Schluss) gat/bfm

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