"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "MummenSchanz" (von Markus Sailer)

Ausgabe vom 8.5. 2001

Innsbruck (OTS) - Eine Tochtergesellschaft des ÖSV ist angetreten, um auf dem Innsbrucker Bergisel eine neue Sprungschanze und eine multifunktionale Arena zu errichten. Allerdings, so die Argumentationslinie des ÖSV, sei man derzeit so mit dem Bau der Schanze beschäftigt, dass man das Drumherum allenfalls angedacht habe. Konkrete Pläne gebe es noch nicht. Dass der ÖSV hervorragend wirtschaften kann, ist allgemein bekannt. Und deshalb erscheint es reichlich unglaubwürdig, dass der ÖSV sich auf so ein Großprojekt einlassen könnte, ohne es vorher exakt durchkalkuliert zu haben. Und das wiederum setzt voraus, dass man sehr genau wissen muss, was man machen will.

Warum also die ganze Geheimniskrämerei? Der ÖSV will Geld verdienen - was sein gutes Recht ist. Nur: Ab welcher Größenordnung, ab welcher Anzahl von Veranstaltungen rechnet sich so eine Anlage? Eine riesige Flutlichtanlage für ein Mattenspringen im Jahr aufzustellen, scheint absurd, wenn man weiß, was allein die Matten kosten. Umfangreiche Erdbewegungen nur für einen Parkplatz für Übertragungswagen? Und wenn nichts übertragen wird, steht der Parkplaz leer? Nicht besonders überzeugend. Also wird es wohl ein Stadion werden, in dem man eine ganze Reihe unterschiedlicher Veranstaltungen abhalten kann und will. Da die Anrainer damit aber wenig Freude haben dürften, versucht man offenbar, sie einfach vor vollendete Tatsachen zu stellen. Und dafür wird eine altbekannte ÖSV-Strategie angewandt: Salamitaktik und Zeitverknappung: Da brauchen wir eine Genehmigung, dort einen Bescheid - aber bitte sofort, sonst gibt's eben kein Springen mehr am Bergisel.

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