Pensionen: ÖGB warnt vor Fehlinterpretation

EU-Kommissionsberichte fordern keine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters

Wien (ÖGB).: Vor einer Fehlinterpretation des EU-Kommissionsberichts warnt ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch, der heute in Brüssel am makroökonomischen Dialog mit den EU-Finanzministern teilnimmt. Der vorliegende Bericht empfiehlt Österreich die Erhöhung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer und nicht die Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters. Verzetnitsch:
"Damit unterstützt die EU-Kommission das langjährige Engagement des ÖGB für die Integration älterer Arbeitnehmer am Arbeitsmarkt. Der Trend 'zu alt für die Arbeit und zu jung für die Pension' ist mit der Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters nicht in den Griff zu bekommen." ++++

Es gehe vielmehr darum, durch politisches Handeln die Rahmenbedingungen für eine Arbeitswelt zu schaffen, in der Wissen und Erfahrung älterer ArbeitnehmerInnen geschätzt und deren Gesundheit erhalten wird. Dieser Weg, den die österreichischen Sozialpartner schon seit langem einfordern, wird nunmehr auch in allen relevanten EU-Dokumenten vorgeschlagen.

Die demografische Entwicklung und ein sich abzeichnender Arbeitskräftemangel, seien im gesamten EU-Raum ein wichtiges Thema, dürften aber nicht dazu missbraucht werden, mit einer Diskussion über eine Anhebung des Pensionsantrittsalters erneut die Bevölkerung zu verunsichern. "Solange es für ältere ArbeitnehmerInnen keine fairen Chancen in den Unternehmen gibt, ist es überflüssig über höhere Pensionsabschläge und ähnliches zu diskutieren. Wir gehen konform mit den Empfehlungen der EU-Kommission, dass Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt geschaffen werden müssen, die es ArbeitnehmerInnen ermöglichen, länger in Beschäftigung zu bleiben", sagte Verzetnitsch.

Es bedürfe einer gemeinsamen "nationalen Kraftanstrengung", die dringend notwendigen Maßnahmen zu einer Erhöhung der Erwerbsbeteiligung zu ergreifen. Wichtigste Zielgruppen seien dabei ältere ArbeitnehmerInnen und Frauen. Verzetnitsch: "Wer Menschen in den Arbeitsprozess einbinden will, muss ihnen geeignete Bedingungen anbieten. Im Fall von älteren ArbeitnehmerInnen sind das eine verbesserte Gesundheitsvorsorge und eine Verstärkung von Schulungs-und Weiterbildungsaktivitäten." (kr)

ÖGB, 7. Mai 2001
Nr. 374

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