Jun Yang reconstruction - coming home daily structures of life

Wien (OTS) - Pressepreview 15. Mai 2001, 10.30 Uhr

Ausstellungsort MAK-Galerie
MAK, Stubenring 5, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer 16. Mai - 17. Juni 2001

Öffnungszeiten Di (MAK NITE) 10.00 - 24.00 Uhr
Mi-So 10.00-18.00 Uhr, Mo geschlossen

Das MAK zeigt vom 16. Mai bis 17. Juni 2001 im Rahmen seines Galerieprogramms die Ausstellung "reconstruction - coming home -daily structures" von Jun Yang. Der in China geborene österreichische Künstler Jun Yang beschäftigt sich in seinen Arbeiten vor allem mit der Rekonstruktion seiner Identität, die er als "Produkt" des Einflusses zweier gegensätzlicher, doch gleichermaßen einflussreicher soziokultureller Systeme begreift: Asiens und des Westens. Seine Welt stellt sich als Strukturanalyse der Emblematik verschiedenster Bilder dar, von Elementen des modernen Lebens in China, Japan und Westeuropa, Stücken aus Hollywood-Kassenschlagern, China-Restaurants, Plakatwänden, Video und Fernsehen. Der Künstler bewegt sich im Spannungsfeld von Tradition und Hochtechnologie, Wirklichkeit und Fiktion, Kunst und Alltag.

Die Installation "coming home - daily structures of life", die Jun Yang im Rahmen des MAK-Schindler-Stipendiums im Mackey House in Los Angeles produziert hat, gibt einen hybriden Raum wieder, der das Öffentliche eines Restaurants mit der Intimität eines privaten Innenraums verbindet - eine China-Decke mit Drachenmustern (einem Symbol der chinesischen Kultur, das schon lange jede Bedeutung verloren hat und hier als Referenz zum China-Restaurant verwendet wird), ein Tisch, zwei Stühle und ein Bildschirm, auf dem ein Videofilm läuft. Der Besucher wird eingeladen, die persönliche Welt des Künstlers zu betreten und sich die Geschichte seiner Familie anzuhören, die in den siebziger Jahren ihre Heimat verließ.

Visuell angereichert wird Jun Yangs Geschichte durch Sequenzen aus bekannten Filmen, in denen als banalisierter Ausdruck dafür, dass alles andersartige aus Asien kommt, verschiedene Bilder von Chinatown oder China-Restaurants vorkommen. Das Exotische wird dem Geschmack der westlichen Konsumenten angepasst, deren Vorstellung des Ostens sich ausschließlich aus leicht verdaulichen Bildern zusammensetzt. Kino und Fernsehen, die allgegenwärtigen Werkzeuge der Massenkultur, ergänzen die Erzählstruktur der Arbeit Jun Yangs.

Die persönlichen Geschichten, die der Künstler erzählt, entfalten eine komplexe Struktur verschiedener räumlicher und zeitlicher Schichten, wobei der Künstler am Schnittpunkt zwischen dem Hier und Jetzt und dem Dort und Damals gleichzeitig die Position des Beobachters und des Protagonisten einnimmt.

Der Künstler neigt jedoch eher dazu, sich mit den Filmhelden als mit den tatsächlichen Trägern der traditionellen oder zeitgenössischen chinesischen Kultur zu identifizieren, weil sein "asiatisches" Zugehörigkeitsgefühl weniger persönlicher Erfahrung entspringt, als vielmehr durch die elektronischen Medien und durch Familienerinnerungen geprägt ist. Doch Jun Yang ist gleichzeitig auch insofern nicht ganz der westeuropäischen Kultur zuzurechnen, als deren Vorurteile alles als "anders" und "fremd" abstempeln, was nicht die Zeichen der sie ausweisenden Normen trägt. Es ist die Angemessenheit dieser Normen, die der Künstler in Frage stellt.

Wie die meisten Arbeiten Jun Yangs setzt sich auch die Installation "reconstruction - coming home - daily structures of life" mit Problemen auseinander, die mit der hybriden Identität der modernen Individualität, mit der Zugehörigkeit zu zwei verschiedenen Welten zu tun haben: zur Welt der globalen elektronischen Systeme und Satellitennetze einerseits und zur Welt der ethnisch, wirtschaftlich und politisch vorgegebenen physischen Grenzen andererseits. (Ilina Koralova) Ergänzend zur Installation in der MAK-Galerie ist an der MAK-Fassade am Stubenring die emblematische Arbeit "Chop Sticks" zu sehen.

Einzelausstellungen von Jun Yang wurden u. a. 1999 im Raum aktueller Kunst in Wien, 2000 im Kunstverein Wolfsburg sowie 2001 in der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig gezeigt. Weiters hat Jun Yang u. a. an folgenden Gruppenausstellungen teilgenommen:
1999: "Man muss ganz schön viel lernen, um hier zu funktionieren" (Frankfurter Kunstverein), "Import/Export (Salzburger Kunstverein & Museum voor Moderne Kunst, Arnhem), 2000: "Final Projects by the MAK Center Artists and Architects in Residence" (MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles), "Bruit de Fond" (Centre National de la Photographie, Paris).

Pressedaten
Jun Yang
Reconstruction - Coming Home Daily Structures of Life

Pressepreview 15. Mai 2001, 10.30 Uhr
Eröffnung 15. Mai 2001, 20.30 Uhr

In Anwesenheit des Künstlers. Zur Ausstellung spricht
Andreas Spiegel.

Ausstellungsort MAK-Galerie (EG)
MAK, Stubenring 5, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer 16. Mai - 17. Juni 2001

Öffnungszeiten Di (MAK NITE) 10.00-24.00 Uhr,
Mi-So 10.00-18.00 Uhr, Mo geschlossen

MAK-Kurator Daniela Zyman
Techn. Koordination Philipp Krummel, Harald Trapp

Feiertage 24. Juni, Christi Himmelfahrt, 10.00-18.00 Uhr
3. Juli, Pfingsten, 10.00-18.00 Uhr
4. Juli, Pfingstmontag, 10.00-18.00 Uhr
14. Juli, Fronleichnam, 10.00-18.00 Uhr

MAK-Eintritt ATS 90.-/ Euro 6,54,
ermäßigter Eintritt ATS 45.- / Euro 3,27

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