KfV: Straßenverkehr nach wie vor Todesursache Nummer 1 bei Jugendlichen

19jähriger Führerscheinneuling prallte gegen Traktor - 23jähriger Autolenker nickte ein: Radler gerammt - Fortsetzung dieser Schlagzeilen garantiert

Wien (KfV-Presse) "Der Straßenverkehr ist Todesursache Nummer 1 bei jungen Menschen. Jahr für Jahr sind 35 bis 45% der Todesfälle bei jungen Menschen auf den Verkehr und nicht auf Krankheiten, Selbstmord, Arbeits- oder Freizeitunfälle zurückzuführen", so Dr. Thann, Direktor des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Wie vergangenen Samstag zum Beispiel: Eine 24jährige Kärntnerin starb bei einem Verkehrsunfall, nachdem die 18jährige Lenkerin aus unbekannten Gründen frontal gegen einen Baum geprallt war. Oder heute, Montag:
Ein 19jähriger Betrunkener raste in eine Fußgängergruppe - Bilanz:
Drei Schwerverletzte.

"Dies sind wenige aktuelle Beispiele von vielen, oft folgenschweren Vorfällen mit jungen Fahrern. Fahranfänger sind überproportional oft in Verkehrsunfälle verwickelt. Jeder 2. Alleinunfall geht auf das Konto von jungen Fahranfängern im Alter von 18-24 Jahren", meint Thann.

Die Optimierte Fahrausbildung
Gute Gründe, um die Fahrausbildung zu reformieren bzw. zu erweitern. Gemeinsam haben das KfV, der ÖAMTC, ARBÖ und der Fahrschulfachverbandes Österreich ein Modell entwickelt, das die Fahrausbildung optimieren und Unfälle verhindern soll. "Wir sind überzeugt, daß zusätzliche Fahrsicherheitstrainings, verkehrspsychologische Weiterbildung und zwei Trainingsfahrten im Straßenverkehr wesentlich zur Hebung der Verkehrssicherheit beitragen," so Dr. Thann.

Jung und in Fahrt
Mangelndes Können durch zu geringe Fahrpraxis und jugendtypische Persönlichkeitsfaktoren wie z.B. Risikobereitschaft oder Imponiergehabe führen immer wieder zu Unfällen. Die besonderen Stärken der optimierten Fahrausbildung, die innerhalb eines Jahres nach bestandener Führerscheinprüfung absolviert werden soll, sind:
Wiederholen, verbessern, Neues lernen und längere Begleitung.

50 Mio. volkswirtschaftlicher Gewinn bei 20%igem Unfallrückgang Durch die gesetzliche Einführung der Mehrphasen-Fahrausbildung ist ein 20%iger Unfallrückgang pro Führerscheinjahrgang zu erwarten. Dies würde eine jährliche Einsparung von ATS 370 Mio. an volkswirtschaftlichen Kosten bedeuten. Dieser Kostenersparnis pro Führerscheinjahr stehen Ausbildungskosten, die durch die Mehrphasenfahrausbildung entstehen, in der Höhe von insgesamt ATS 320 Mio. (80.000 Fahranfänger á ATS 4.000,00) pro Führerscheinjahr gegenüber.

Die Unfallbilanz der Vorwoche: 19 Todesopfer, davon 4 zum Wochenende
Bei den tödlichen Verkehrsunfällen in der vergangenen Woche verloren 9 PKW-Insassen (davon 6 Lenker), 6 Bus-Insassen, 1 Moped-Lenker, 1 Radfahrer und 2 Fußgänger ihr Leben. Als vermutliche Hauptunfallsursachen dieser tödlichen Verkehrsunfälle mußten nicht angepaßte Fahrgeschwindigkeit (6), Vorrangverletzung (3) und Unachtsamkeit (1) festgestellt werden. Bei drei Verkehrsunfällen konnte die Ursache bisher nicht ermittelt werden. Zwei Fußgänger und ein Radfahrer kamen durch Fremdverschulden ums Leben. 8 der 13 Verkehrsunfälle waren sogenannte Alleinunfälle. Ein tödlich verletzter Fahrzeuginsasse war nicht angegurtet.
Vom 1. Jänner bis zum 6. Mai dieses Jahres gab es damit auf dem österreichischen Straßennetz vorläufig 250 Verkehrstote (30-Tages-Fristabgrenzung berücksichtigt bis Ende März), im Vergleichszeitraum des Vorjahres verunglückten nach endgültigen Zahlen 299 Menschen tödlich.

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