Tauchunfall - was tun?

Wien (OTS) - 95 Prozent aller Tauchunfälle gehen auf menschliches Versagen zurück. Nur in etwa fünf Prozent ist die Ausrüstung verantwortlich. "Menschliches Versagen bedeutet hier falsches Verhalten unter Wasser und das falsche Einschätzen von Risikofaktoren", meint Dr. Susanne Schunder-Tatzber vom Österreichischen Roten Kreuz.

Zu den gesundheitlichen Risikofaktoren zählen Erkrankungen von Herz, Lunge oder anderen Organen, die Einnahme bestimmter Medikamente, Alkohol und Nikotin, oder psychische Probleme.

Fehlverhalten, wie etwa zu schnelles Ab- und Auftauchen oder zu tiefes Tauchen bringt Taucher in Gefahr. Schunder-Tatzber: "Bei einem Unfall ist Schnelligkeit gefragt. Je weniger Zeit von der Ersten Hilfe bis zur Behandlung in einer Druckkammer vergeht, um so besser sind die Prognosen." Die bestorganisierte Druckkammer in Österreich steht in Graz.

Schunder-Tatzber: "Sollte es zu einem Tauchunfall gekommen sein, bergen Sie den Taucher so rasch als möglich aus dem Wasser und beginnen mit Kontrolle von Bewußtsein, Atmung und Kreislauf - und anschließend führen Sie die entsprechenden Erste Hilfe Maßnahmen durch und rufen die Rettung (Tel. Nr. 144). Informieren Sie bei einem Tauchunfall aus das LKH Graz unter der Telefonnummer (+43 316) 385-2205. Geben Sie Unfallort, Zeitpunkt, Tauchtiefe, Tauchzeit und Rückrufnummer an. Achten Sie auf die richtige Lagerung. Nach einem Tauchunfall darf der Kopf nicht tief gelagert werden, es besteht die Gefahr eines Gehirnödems." Die Gabe von reinem Sauerstoff verbessert unter anderem die Fließeigenschaften des Blutes und verhindert die Gefahr eines Gehirnödems. Hat sich der Unfall in einer Region ereignet, wo es möglicherweise lange Zeit dauert, bis der Patient in die Druckkammer gebracht werden kann, er jedoch bei Bewusstsein ist und nicht erbricht, soll man ihm Wasser zu trinken geben.

Um Freude am sicheren Tauchen zu haben, sollte vor Aufnahme des Tauchsportes eine ärztliche Untersuchung erfolgen, die Risikofaktoren aufdeckt. Vor jedem Tauchgang soll geklärt sein, wie die Druckkammer, der nächste Arzt und das nächste Telefon erreicht werden können. Das richtige Verhalten bei Tauchunfällen und die Erste Hilfe, erweitert um tauchspezifische Faktoren wie etwa die Sauerstoffgabe, kann in Kursen beim ÖRK und in Tauchschulen erlernt werden.

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