Trittin überholt Molterer in Temelin-Engagement

Greenpeace kritisiert Landeshauptleute wegen Atomstromimporten

Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt die gestrigen klaren Aussagen des deutschen Umweltministers Jürgen Trittin gegen das tschechische AKW Temelin. "Die Aufforderung Trittins an deutsche Stromkonzerne aus Tschechien keinen Strom zu importieren, solange Temelin betrieben wird, ist ein deutliches Signal auch an die Versäumnisse der österreichischen Politik. Molterer sollte nun auch die österreichischen Stromversorger auffordern, keinen tschechischen Strom von deutschen Firmen nach Österreich mehr zu importieren, solange Temelin nicht stillgelegt ist", sagte Erwin Mayer, Energiesprecher von Greenpeace. Greenpeace fordert außerdem den deutschen Stromkonzern E.ON auf, endlich aus dem Stromlieferungsvertrag mit der tschechischen Energiegesellschaft CEZ auszusteigen.

Greenpeace kritisiert die österreichischen Landeshauptleute wegen ihrem Versuch, die österreichischen Stromkunden und über 400 Bürgermeister, die sich gegen Atomstromimporte aussprachen und die Greenpeace-Deklaration gegen Temelinstrom unterschrieben haben, zu täuschen. In zahlreichen Entwürfen zu den Landesenergiegesetzen wird versucht, das Wort "Atom" von der Stromrechnung verschwinden zu lassen. Stattdessen sollen die Stromkunden in Österreich nur erfahren, dass ihr Landesenergieversorger "Strom aus Europa" bezieht. Damit wird absichtlich verschleiert, wie viel Atomstrom aus Deutschland und aus Tschechien sich im Strommix der Haushalte befindet. "Mit diesem Trick der Länder soll offensichtlich den Landesenergieversorgern ermöglicht werden, weiterhin Strom aus Tschechien via Deutschland und damit Temelinstrom zu importieren", kritisiert Mayer die unglaubwürdige Anti-Atomhaltung der Länder z.B. in der Steiermark und in Salzburg.

Zusammen mit über 400 Bürgermeistern hat Greenpeace im Vorjahr erreicht, dass ab 1. Oktober dieses Jahres Atomstrom auf der Rechnung jedes Stromkunden ausgewiesen werden muss. Das Elektrizitätswirtschaftsorganisationsgesetz (ElWOG) schreibt vor, dass alle Stromarten und auch Atomstrom ab Oktober auf den Stromrechnungen jedes Kunden ausdrücklich ausgewiesen werden müssen. "Durch die Verschleierung der Atomstromimporte aus Tschechien über Deutschland glaubt der österreichische Stromkunde sauberen Strom zu beziehen. In Wahrheit finanzieren die Österreicher schon jetzt mit jedem zehnten Schilling die Atomindustrie und damit auch die Fertigstellung Temelins", deckt Mayer die scheinheilige Anti-Atompolitik Österreichs auf.

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