Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik

Klagenfurt (OTS) - Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" Kommentar: Mauthausen dazwischen

Utl.: Ausgabe vom 4. Mai 2001=

Vor 56 Jahren fand die Befreiung des
Konzentrationslagers Mauthausen statt. Die heutige "Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus" hätte zu einem gemeinsamen demokratischen Bekenntnis Österreichs über allen internen Parteienhader hinweg werden sollen. Das ist bisher gelungen, diesmal gelang es nicht. Das gelingt in ganz Europa, bei uns nicht. Ganz Österreich wird heute bei der Gedenkveranstaltung in der Hofburg repräsentiert sein. Fehlen wird die FPÖ. Immerhin Regierungspartei. Schade. Alle, von Haider bis Riess-Passer, sind plötzlich verhindert, haben Wichtigeres zu tun.
Angeblich bleibt die FPÖ der Veranstaltung fern, weil der von ihr vorgeschlagene Redner Gerd Klamt nicht akzeptiert worden ist. Das mag vielleicht Herrn Klamt kränken, kann aber für die Regierungspartei nicht Anlass sein, einen Staatsakt zu "schmeißen", es sei denn, ihr kam die "Kränkung" gerade recht.
Dass die FPÖ der Einladung des Bundespräsidenten zum Mauthausen-Gedenken als einzige Gruppe des Landes nicht folgt, zeigt den tatsächlichen Verlauf der Bruchlinie auf, die sich durch Österreich zieht. Der eingeladene Landeshauptmann Haider meidet heute die Hofburg nicht deshalb, weil nur der "verzichtbare Staatsnotar" redet, sondern weil er Gefahr gelaufen wäre, neben Ariel Muzicant Platz nehmen zu müssen. Da sei Mauthausen dazwischen. Tatsächlich ist es eine Blamage vor der Geschichte, dass es uns in Österreich nicht und nicht gelingen mag, gemeinsam an Mauthausen zu denken.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI