"Kleine Zeitung" Kommentar: "Kulturrevolution" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 4. Mai 2001

Graz (OTS) - Die Bevölkerungsstruktur mit immer mehr Älteren, einer steigenden Lebenserwartung und relativ wenig Jungen stellt die herkömmliche Pensionsfinanzierung in Frage und führt zur Verknappung der Arbeitskräfte. Die Entwicklung lässt sich auch mit forcierter Zuwanderung nur mildern, zeitlich etwas verschieben. Daher ist es absehbar, dass wir mittelfristig länger arbeiten müssen. Klar ist aber, dass es nicht genügt, nur am Pensionsalter zu drehen. Vielmehr sind liebgewordene Unsitten in einer Kulturrevolution abzustreifen. Österreich hat seit den 70-er Jahren Arbeitslose im Vorruhestand versteckt. Erste Sonderaktionen in der Verstaatlichten haben sich als Flächenbrand ausgeweitet. Die Frühpension gilt nun als eine Art Menschenrecht, ist vom Verfassungsgericht unter "Vertrauensschutz" gestellt. Die Unternehmer regeln ihren Personalabbau mit externer Hilfe. Die vielfältigen "Sozialpläne" der jetzigen Regierung für Beamte knüpfen nahtlos an.

Wolfgang Schüssel hat in die richtige Richtung geredet. Das ist ein bescheidener Beitrag. Aber Politik ist vorausschauendes Handeln. Den Sachzwang, wenn erst einmal 60-Jährige wieder Mangelware in Büros sind, sehen alle. ****

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Kleine Zeitung
Redaktionssekretariat
Tel.: 0316/875-4032, 4033, 4035
email: redaktion@kleinezeitung.at
www.kleinezeitung.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKZ/OTS