ÖGB-NÖ-Vorsitzender Staudinger: Pensionsantrittsalter für Männer liegt bereits bei 65 Jahren

Wien (ÖGB-NÖ). "Was wird denn jetzt schon wieder ausgebrütet, wenn sich sogar der Bundeskanzler zu Wort meldet und somit einen ganzen Tag von der Politik dieser Regierung ablenkt? Und zwar mit einer Aussage beziehungsweise einer Forderung, von der sogar er wissen muss, dass diese nie und nimmer der Realität entsprechen kann. Es wiederholt sich jedesmal der gleiche Ablauf, wenn im Hintergrund wieder eine Belastungsmaßnahme beschlossen wird. Man propagiere eine plakative Meldung und lenke somit von der schlechten, weil unsozialen Nachricht ab", kommentiert der ÖGB-NÖ-Vorsitzende Josef Staudinger den Vorstoß Wolfgang Schüssels zur Anhebung des Pensionsantrittsalters auf 65 Jahre.++++

"Bundeskanzler Schüssel hätte eigentlich wissen müssen, dass das derzeitige Pensionsantrittsalter bei Männern sowieso schon bei 65 Jahren liegt und dass jeder Zweite aus gesundheitlichen oder arbeitstechnischen Gründen die Pension antritt, und nicht, weil er einfach keine Lust hat, weiterzuarbeiten. Es zeigt sich wieder einmal ein ganz anderes Bild der Wirklichkeit, als es von der Regierung so gerne gezeichnet wird. Der springende Punkt ist nämlich nicht die Höhe des Pensionsantrittsalters sondern erst einmal die Erreichung desselben. Was soll die Forderung nach der Erhöhung des Pensionsantrittsalters, wenn viele ältere ArbeitnehmerInnen von den Unternehmen schnellstmöglich gegen Jüngere ausgetauscht werden?", so Staudinger weiter.

"Es wurden von den ArbeitnehmerInnenvertretungen bereits sinnvolle Pensionsmodelle erarbeitet. Außerdem muss endlich dieser Trend, ,zu alt für die Arbeit, zu jung für die Pension' gestoppt werden. Notwendig ist ein zukunftsorientierte Arbeitsmarktpolitik für Ältere, flankierend unterstützt durch eine verstärkte Gesundheitsvorsorge am Arbeitsplatz. Nur ein echter Pensionsgipfel, wo alle Verantwortlichen (Experten, Politiker, Sozialpartner, Pensionistenvertreter) an einem Tisch sitzen und sinnvolle Modelle für ein sozial gerechtes, faires und modernes Pensionssystem ausarbeiten, kann Abhilfe schaffen", betont Staudinger abschließend. (sk)

ÖGB, 3. Mai 2001
Nr. 361

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