Pensionen: ÖGB weist Vorschlag der Industriellenvereinigung zurück

Zuckerbrot für Unternehmen, Peitsche für ArbeitnehmerInnen

Wien (ÖGB). Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB, sprach sich entschieden gegen höhere Abschläge bei einem Pensionsantritt vor dem 65. Lebensjahr aus. "Nach Bundeskanzler Schüssel ignoriert nun auch die Industriellenvereinigung (IV) die Realitäten des österreichischen Arbeitsmarktes: Mehr als die Hälfte aller ArbeitnehmerInnen treten ihre Pension im Anschluss an Krankheit oder Arbeitslosigkeit an. Vor diesem Hintergrund kann eine Forderung nach höheren Abschlägen bei den Pensionen nur als Zuckerbrot für die Unternehmen und Peitsche für die ArbeitnehmerInnen verstanden werden. Die Unternehmen wollen sich Bildungsinvestitionen für ältere ArbeitnehmerInnen vom Staat fördern lassen und stellen gleichzeitig ihren älteren MitarbeiterInnen noch stärkere Sanktionen in Aussicht", stellte Leutner fest.++++

Statt älteren ArbeitnehmerInnen konkrete Chancen am Arbeitsmarkt zu bieten, werde eine völlig unnötige Debatte eröffnet, die bei weiten Teilen der Bevölkerung große Beunruhigung auslösen werde. "Zuerst müssen endlich die längst überfälligen Maßnahmen gesetzt werden, mit denen ältere ArbeitnehmerInnen länger in Beschäftigung gehalten werden können. Der Arbeitsmarkt muss an die Bedürfnisse älterer ArbeitnehmerInnen angepasst werden, nicht umgekehrt. 'Chancen bieten, statt Drohungen aussprechen' lautet das Gebot der Stunde", so Leutner abschließend. (hk)

ÖGB, 3. Mai 2001
Nr. 359

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