ÖGB-Präsident fordert breiten Zugang zur Weiterbildung

Barrieren müssen beseitigt werden!

Wien (ÖGB). "Fachkräfte auf Knopfdruck gibt es nicht", unterstrich ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch den Bedarf an konkreten Weiterbildungsmaßnahmen anlässlich der Konferenz der Erwachsenbildung Österreichs. "Die Feststellung, dass 165.000 Fachkräfte fehlen, ist mir zuwenig", so Verzetnitsch, "es gilt, ein umfassendes bildungspolitisches Angebot zu schaffen und die fachliche Qualifikation, die Weiterbildung und Umschulung der MitarbeiterInnen in den Betrieben in entsprechender Weise zu fördern."++++

Nur 12 Prozent der Bevölkerung nehmen jährlich die Erwachsenenbildung in organisierter Form in Anspruch. "Das ist zu wenig, die Barrieren für die Weiterbildungsteilnahme müssen sofort beseitigt werden", fordert der ÖGB-Präsident. Neben mangelnder Vorbildung und dem Zeitfaktor seien dies insbesondere die zu hohen Kosten für die TeilnehmerInnen. "Wenn der Bund seine Bildungsaufgabe ernst nehmen will, ist eine Anhebung der Fördermittel für die Weiterbildung mehr als notwendig." Der Bedarf sei gegeben, nun müsse das Angebot der Nachfrage angepasst werden, etwa bei Fachhochschullehrgängen. So gab es in Oberösterreich 1.800 Anmeldungen, jedoch nur 500 offene Ausbildungsplätze an den Fachhochschulen.

"Der Zugang zur Weiterbildung ist zu verbreitern", so Verzetnitsch. Vor allem der betrieblichen Ausbildungsphase müsse jener Stellenwert eingeräumt werden, der den heutigen Anforderungen entspreche. "Um den Slogan von Bill Clinton zu erweitern, fordere ich, dass nicht nur alle 8-Jährigen Lesen und Schreiben, alle 12-Jährigen sich im Internet zurecht finden, alle 18-Jährigen einen Bildungsabschluss und alle 35-Jährigen entweder eine postsekundäre Ausbildung oder ein Bildungskarenzjahr absolviert haben, sondern ich halte es auch für unumgänglich, dass alle 50-Jährigen mit ihrer dritten Lebenslernphase bereits begonnen haben", so der ÖGB-Präsident abschließend. (lu)

ÖGB, 3. Mai 2001 Nr. 358

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