Gewerbeverein: Schüssel liegt richtig mit Anhebung Pensionsantrittsalter

Wien (OTS) - Vollkommen richtig - und gar nicht neu - ist die Analyse Schüssels, wenn die Lebenserwartung steige, müsse auch das faktische Pensionsantrittsalter angehoben werden - so der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV). In Konsequenz des Schüsselschen Vorstoss bedeutet dies - unter Berücksichtung der bisher stattgefundenen Geschlechterdiskriminierung erst einmal und vordringlich folgendes:

- Frauen mit gleicher Pensionskarriere wie Männer - also ohne Kinderbetreuung und voll im Berufsleben stehend - haben eine um sieben Jahre längere Lebenszeit verglichen mit männlichen Kollegen.

- Das Pensionssystem ist daher sehr einfach auf Dauer zu finanzieren, wenn diese Personengruppe - berufstätige Frauen ohne Kindererziehung - möglichst rasch beim Pensionsalter den Männern angeglichen werden.

- Die Geschwindigkeit der Anpassung ist sehr simpel der stufenweisen Erhöhung des Antrittsalters zur vorzeitigen Alterspension bei der vergangenen Pensionsreform nachzuvollziehen. In etwas mehr als sechs Jahren wäre die volle Anpassung des Pensionsantrittsalters kinderloser, berufstätiger Frauen durchgesetzt. Eine vollkommen ungerechtfertigte Diskriminierung wäre damit aus der Welt.

- Dies ist insbesondere relevant, da wir uns in Österreich in einem weiteren Politikfeld "entbalkanisieren" würden. Österreich ist mit der Harmonisierung des Pensionsantrittsalters nämlich erst 2033 fertig, noch unfairer ist nur Griechenland mit 2038.

- Die Durchsetzung ist natürlich nicht einfach: Es müsste aber möglich sein, mit einem Sachargument auch die Opposition zu überzeugen - so diese nicht nur den nächsten Urnengang im Visier hat.

- Die Bundesregierung könnte aber auch den EuGH zur Entscheidungsfindung anrufen - auch er hätte Probleme aus versicherungsrechtlicher Sicht den Unterschied zwischen berufstätiger, kinderloser Frau und weitgehend nicht erziehendem Mann darzulegen.

- In einer Zeit, in der die FPÖ/ÖVP-Regierung Zwangs-Präsenzdienern, die nach dem 1.10.1945 geboren wurden, den Dienst am Vaterland bei der Bemessung der Pensionsantrittsvoraussetzungen mit Federstrich genommen hat, kann es doch kein Problem sein, berufstätigen, kinderlosen Frauen zu erklären, dass sie raschest eine Angleichung des Pensionsantrittsalters zu erwarten haben. Übrigens: Frauen in der BH-Grundausbildung wird die Zeit voll angerechnet!

Interessant findet der ÖGV, dass bei dieser augenscheinlichen Ungleichbehandlung von Männern, die Gleichbehandlungsbeauftragte offenbar auf einem Auge blind ist. Und auch VI/6 im Sozialen Sicherheitsministerium hat die Ungleichbehandlung noch nicht bemerkt - wahrscheinlich ist dort derzeit das größte Problem - Monate nach Gründung - die teuersten Büromöbel auszusuchen.

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