Dennis Hopper - A System of Moments

Wien (OTS) - Pressekonferenz 29. Mai 2001, 10.30 Uhr mit anschließender Vorbesichtigung der Ausstellung.
Ausstellungsort MAK-Ausstellungshalle (EG) MAK, Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien Ausstellungsdauer 30. Mai - 7. Oktober 2001
Öffnungszeiten Di (MAK NITE) 10.00-24.00 Uhr Mi-So 10.00-18.00 Uhr, Mo geschlossen

Nach Jahren enger Zusammenarbeit zwischen Dennis Hopper und Peter Noever zeigt das MAK ab 30. Mai 2001 die für das Vorjahr vorgesehene und aus budgetären Gründen verschobene Ausstellung "Dennis Hopper - A System of Moments". Dennis Hopper, eine der letzten großen Kultfiguren Hollywoods, gefeierter Schauspieler, Regisseur und bildender Künstler, konzipiert für das MAK eine neue zentrale Arbeit "Invitation to the Void - A System of Moments". Anhand einer kaleidoskopische Inszenierung von Kunst, Malerei, Fotografie und Film wird die gegenseitige Beeinflussung von bildender Kunst und Film in Hoppers Werk greifbar gemacht. Eine urbane Kulisse, die die Ausstellungshalle okkupiert, ist das setting für einen zentralen screening room, in dem u. a. Hoppers wichtigste Filmarbeiten, "Easy Rider", "The Last Movie" und "Out of the Blue", in voller Länge gezeigt werden. Weitere Werkgruppen - wie eine Auswahl aus der schwarz-weiß Fotochronik vom Amerika der Sixties, frühe Fotoassemblagen, objets trouvés, Malerei aus den 80er Jahren und die großen Farbfotozyklen der Neunziger - sind chrono-logisch aufgearbeitet und führen von den Anfängen der West Coast-Kunst, dem Aufkommen der Pop Art zu den "abstract realities" der späten Jahre.

In der zentralen Ausstellungshalle wird Hopper vor Teilen einer "Filmkulisse" mit einer Auswahl von Kunstwerken einerseits und der Wirklichkeit nachgestellter Objekte andererseits die "Geschichte" seiner künstlerischen Laufbahn einleiten. Die verschiedenen Sets ähneln Einzelbildern aus Filmen, die eine Handlung andeuten oder bestimmte Momente festhalten. Diese Elemente sind im Sinne einer filmischen Montage angeordnet, so dass das unmittelbare Nebeneinander von heterogenen Bildern, das Fragmentarische, das Zeichenhafte, eine unbestimmte Zusammenschau ermöglichen.

Ein großer Zaun aus Metall, lebensgroße Wall-Assemblagen stehen dabei für Los Angeles und die Subkultur der Backyards. Die übrige Ausstattung besteht aus teils schwarzweißen, teils farbigen Reklamefläche (billboards), Fundstücken und urbanen Requisiten sowie Hoppers Fotografien von Künstlern der sechziger Jahre, damals für New York und Los Angeles prägenden Figuren. Ein Billboard am Stubenring und eine riesige Werbefigur am MAK-Terrassenplateau erweitern die Installation.

Inmitten dieser Inszenierung ist ein screening room eingerichtet, in dem neben anderen Werken "The Last Movie" gezeigt wird. "The Last Movie" wurde 1971 mit dem C.I.D.A.L.C.-Preis ausgezeichnet, kam jedoch aufgrund des vollzogenen "Tabubruchs" praktisch niemals in die Kinos. Der Film, der in voller Länge zu sehen sein wird, illustriert einige für Hoppers Werk zentrale Ideen, nämlich seine Auffassung des Verhältnisses von Wirklichkeit und Film, Objekt und Rekonstruktion, sowie den ideologischen Paradigmenwechsel, der mit dem Begriff "New Hollywood" die Filmgeschichte der siebziger Jahre revolutionierte. Hopper nahm in diesem frühen Film besonders auf die Beziehungen zwischen den verschiedenen Genres Bedacht und bediente sich visueller Effekte und Ideen, die jenen in seiner künstlerischen Arbeit verwandt sind.

In den frühen sechziger Jahren hatte Hopper bereits seine Experimente im Stil der Malerei des Abstrakten Expressionismus abgeschlossen (die meisten Arbeiten aus dieser Periode wurden 1961 beim Großbrand in Bel Air zerstört). Er arbeitete damals bereits mit Fotografie sowie industriellen Materialien und Techniken (Plexiglasobjekten, Schaumgummi, "gestohlenen" Zeichen). Er hielt das Ende der von Menschenhand stammenden Kunst für gekommen und meinte, dass auch in der Kunst das industrielle Zeitalter angebrochen sei. Daraus resultierte ein "return to reality" - also eine Neuzuwendung zur Wirklichkeit - die in der Pop Art ihren vollkommensten Ausdruck fand.

Da Hopper in den sechziger Jahren zum innersten Kreis der Kunstszene sowohl der West- als auch der Ostküste gehörte, stellen seine Schwarzweißfotografien nicht nur ein persönliches Bildtagebuch, sondern auch eine historische Quelle dar. Viele Aufnahmen belegen die Anfänge der Kunstszene in Los Angeles. Das unterstreicht auch Hopper immer wieder: "In Los Angeles hat damals alles angefangen." In Los Angeles traf eine Generation von Künstlern mit den unterschiedlichsten Hintergründen und aus allen Teilen Amerikas zusammen (Hopper etwa stammte aus Kansas) und schuf eine Art von Kunst, der mit Begriffen des Mainstream nur schwer beizukommen ist. Hopper stand damals Edward Kienholz, Wallace Berman Edward Ruscha und Bruce Conner, aber auch Andy Warhol, Roy Lichtenstein und der New Yorker Pop-Art nahe. Die Ausstellung umfasst frühe Porträts von New Yorker Künstlern wie Andy Warhol, Roy Lichtenstein, Jasper Johns und James Rosenquist und eine Dokumentation von Performances und Happenings, die Claes Oldenburg, Robert Rauschenberg und Allan Kaprow organisierten. Hopper porträtierte auch wichtige kalifornische Assemblage-Künstler wie Kienholz, Conner und George Herms, die Light-and-Space-Künstler Larry Bell, Billy Al Bengston und Robert Irwin sowie Edward Ruscha, John Altoon und Craig Kauffman, die im Umkreis der Ferus Gallery arbeiteten, die Los Angeles zu einem wichtigen künstlerischen Zentrum machte.

Videos und Filmclips werden die Inszenierung abrunden und auf den Bezug zwischen Kunst und Film verweisen. Unmittelbarer Bestandteil der Ausstellung ist auch eine Filmschau mit verschiedenen Arbeiten Hoppers. Im Rahmen dieser Schau werden unter anderem "Easy Rider", "Out of the Blue", "Colors" und neues digitales Material zu sehen sein. Die gezeigten Arbeiten spannen einen chronologischen und thematischen Bogen von Hoppers frühen Abstraktionen über seine umfassende Schwarzweiß-Fotochronik zu den Skulpturen ("Bomb Drop") und Inszenierungen ("Blow Up"), welche die Leitmotive jener Jahre, die Antikriegsbewegungen und die daraus erwachsende Counter-Culture und die gefeierte Banalität und Exzentrik der populären Kultur, auf den Punkt bringen.

Nach einer längeren Schaffenspause begann sich Hopper erst wieder in den neunziger Jahren der Fotografie als eines künstlerischen Mediums zu bedienen. Es entstanden fast abstrakte, großformatige Bilder mit städtischen Motiven: seltsam anmutende, bedrohliche Ausschnitte von graffitibemalten Mauern und dichte Texturen mit reichen Farbschattierungen und taktilen Oberflächen. Diese beleuchten Hoppers städtische Bilderwelt und Ikonographie. Mit Werken wie den Fotografien der Serie "Walls" aus den neunziger Jahren, den graffitiartigen Malereien der indianischen und marokkanischen Serie und der Serie "Colors" sowie einer Reihe von japanischen Fotografien steht hier die Darstellung der städtischen Welt, deren Oberflächen und Markierungen im Vordergrund - ein Thema, mit dem sich Hopper in unterschiedlichen Medien auseinander setzt. "Stücke von Wänden, Böden, von Menschenhand stammende Gegenstände mit zerkratzten Oberflächen - flüchtig und vergänglich wie das Leben selbst und doch zugleich klar und wertvoll."

Das MAK Center for Art and Architecture, Los Angeles, zeigte bereits im Vorjahr eine kleine, dennoch vielbeachtete Ausstellung mit Denni Hopper unter dem Titel "American Pictures, 1961-67: Photographs by Dennis Hopper". Sowohl diese, als auch die Großausstellung mit einem repräsentativen Querschnitt seines Oeuvres von den sechziger Jahren bis heute wurde von Daniela Zyman kuratiert.

Zur Ausstellung erscheint im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern (Stuttgart) ein umfassender Katalog mit einer deutschen und englischen Ausgabe.

Pressedaten

Dennis Hopper
A System of Moments

Pressekonferenz
29. Mai 2001, 10.30 Uhr mit anschließender Vorbesichtigung der Ausstellung.
Mit Dennis Hopper, Peter Noever und Daniela Zyman.

Ort
MAK-Vortragssaal

Eröffnung 29. Mai 2001, 20.00 Uhr
Dennis Hopper wird zur Eröffnung in Wien sein.

Ausstellungsort
MAK-Ausstellungshalle (EG)
MAK, Weiskirchnerstraße 3, A-1010 Wien

Ausstellungsdauer
30. Mai - 7. Oktober 2001

Öffnungszeiten
Di (MAK NITE) 10.00-24.00 Uhr, Mi-So 10.00-18.00 Uhr,
Mo geschlossen

Ausstellung
Dennis Hopper, Peter Noever

MAK-Kurator
Daniela Zyman

Techn. Koordination
Harald Trapp, Philipp Krummel

Katalog
"Dennis Hopper - A System of Moments", hrsg. von Peter Noever, deutsche und englische Ausgabe, ca. 304 Seiten, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern. ATS 440.- / 31,98

Führungen
Di 20.00 Uhr, Sa 16.00 Uhr, So 16.00 Uhr

MAK-Eintritt
ATS 90.- / 6,54, ermäßigter Eintritt ATS 45.- / 3,27

Um Anmeldung wird gebeten.

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