AK-Präsident Wipplinger kritisiert Schüssel-Vorschlag: Bedingungen für längeres Arbeiten unzureichend!

Linz (AKO) "Bevor nicht eine Fülle von Voraussetzungen geschaffen sind, ist an eine Anhebung des Pensionsalters nicht zu denken", kommentiert AK-Präsident Hubert Wipplinger den Vorstoß von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, man solle "das Reservoir an älteren Arbeitnehmern nützen".

Schüssel ist außerdem anscheinend nicht über die bestehende Rechtslage informiert, denn das gesetzliche Pensionsantrittsalter beträgt für Männer derzeit ohnedies bereits 65 Jahre. Und jenes der Frauen wird - so schon im Bundesverfassungsgesetz von 1993 verankert - zwischen 2019 und 2033 schrittweise dem der Männer angeglichen.

Das Problem ist aber nicht die Rechtslage, sondern das faktische Pensionsantrittsalter, das vor allem vom Gesundheitszustand der Arbeitnehmer abhängt. Dieser ist auf Grund der Belastungen am Arbeitsplatz, von körperlichen Beeinträchtigungen bis zu den Folgen von Stress, schlecht. Zusätzlich grenzt die Wirtschaft ältere Arbeitnehmer nach wie vor aus. In der Realität erfolgt jeder zweite Pensionsantritt wegen Krankheit oder in Anschluss an lange Arbeitslosigkeit.

"Was wir brauchen, ist das Recht auf Bildungskarenz für Ältere, das Recht auf Altersteilzeit sowie auf attraktive Gleitpensionen und vor allem die Schaffung von altersgerechten Arbeitsplätzen", so Wipplinger. Außerdem muss der Kündigungsschutz für ältere Beschäftigte ausgebaut werden: Es sollen nur noch begründete Kündigungen möglich und Kündigungen im Krankenstand überhaupt nicht mehr erlaubt sein. Wesentlich verbessert gehört zudem die betriebliche Gesundheitsförderung. Nach einer holländischen Studie hält jeder zweite Arbeitnehmer über 50 Jahre seinen Arbeitsplatz für gesundheitsschädlich.

Die Unternehmer müssen zudem erst lernen, dass ältere Beschäftigte für die Betriebe ein wertvolles Potenzial an Erfahrung darstellen und sie nicht bei der erstbesten Gelegenheit gegen billigere junge Arbeitskräfte austauschen. "Unser Ziel muss es sein, dass wir die jetzigen Altersgrenzen überhaupt erreichen", fasst Wipplinger abschließend zusammen.

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