Cap: Den Begriff "Heimat" nicht der Rechten überlassen

SPÖ für kritische Auseinandersetzung mit der Frage "Was ist Heimat?" und eine offene Kulturpolitik

Wien (SK) Für eine Kulturpolitik "gegen die Hegemonie der Konservativen und der Rechtspopulisten in der Frage der Definition des Heimat-Begriffs" sprach sich SPÖ-Kultursprecher Josef Cap anlässlich einer in der SPÖ-Zukunftswerkstätte stattgefundenen Lesung und Diskussion mit Österreichischen SchriftstellerInnen aus. "Ich möchte auf das, was ich unter Österreich verstehe, auch stolz sein", sagte Cap, und verwies auf die Wichtigkeit, den konservativen Parteien dieses Terrain nicht völlig zu überlassen. ****

Unter dem Titel "Über Österreich zu schreiben ist schwer -Österreichische Schriftstellerinnen und Schriftsteller über Literatur, Heimat und Politik" erscheint dieser Tage ein Buch, das Mittwoch Abend in der Zukunftswerkstätte präsentiert wurde. Die beiden österreichischen Autoren Elfriede Gerstl und Antonio Fian lasen Auszüge und diskutierten anschließend gemeinsam mit Herausgeber Gerald Leitner, dem ehemaligen Bundesminister für Kunst und Kultur, Rudolf Scholten, und dem SPÖ-Kultursprecher und Leiter der Zukunftswerkstätte, Josef Cap.

"Eine wichtige Aufgabe der Künstlerinnen und Künstler ist der subversive Widerstand", sagte Cap, und bekräftigte, dass dies für die Kultur eines Landes auch unerlässlich sei. Rudolf Scholten fügte dem hinzu: "Es ist gut, wenn die Politik die maximale Aufmerksamkeit der Literatur und der Kunst besitzt." In Österreich verlange man von der Kunst, "wohlwollend und dankbar zu sein", was er selbst jedoch als "grundfalsch" ansieht: "Die FPÖ-Diktion vom Hund, der die Hand nicht beißen, sollte, die ihn füttert" - in Anspielung auf kritische KünstlerInnen und deren Verhältnis zum Staat - stelle das wichtige Charakteristikum einer völlig falschen Kulturpolitik dar, so Scholten, wobei man dabei völlig vergesse, dass "öffentliche Kunstfinanzierung der Deckung öffentlicher Bedürfnisse gleichkommt, wie die Finanzierung von öffentlichen Krankenhäusern".

Cap betonte, dass sich die FPÖ nicht gegen "Staatskünstler" im allgemeinen ausspräche, sondern nur gegen jene, die der konservativen und rechtspopulistischen Definition von "Heimat" kritisch gegenüberstünden. "Was Heimat ist, bestimmen wir, meint die FPÖ", sagte Cap, womit sie die Hegemonie über den Heimatbegriff auszuüben versuche. Dies sei inakzeptabel, fügte Cap hinzu, und so "muss die SPÖ ihre Identitätsfindung in ihrer politischen Rolle als parlamentarische Opposition weiter vorantreiben, um auch in der Frage der Definition des Heimatbegriffes das Feld nicht den rechten Parteien zu überlassen."

Scholten wies darauf hin, dass die "Wiederbelebung des Heimatbegriffes sehr oft Ausdruck von politischem Opportunismus" sei und man in der Definition dieses Begriffs sehr vorsichtig sein müsse:
"Mit nationalistischen Konzepten tut sich die Linke naturgemäß schwer - und das ist gut so. Ich fühle mich in einer Linken wohler, die mit diesem Begriff Schwierigkeiten hat." Ein Diskussion über den Begriff "Heimat" müsse deshalb sehr kritisch geführt werden.

Diese kritische Auseinandersetzung müsse stattfinden, schloss Cap, denn man dürfe nicht vergessen, dass die "Hegemonie der Rechten" über den Heimatbegriff und die österreichische Kultur bewusst "auf die Ausgrenzung der Linken" abziele. (Schluss) nf

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