Fischer: Gute Beziehung zu Serbien ist ein Gebot der Vernunft

Wien (SK) "Eine gute Beziehung zwischen Serbien und Österreich so wie zwischen Serbien und Europa ist ein Gebot der Vernunft", bemerkte Nationalratspräsident Heinz Fischer Mittwoch abend im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Österreich - Serbien - Europa: Anatomie einer Beziehung". Diskutiert wurde zum Thema "Serbien und Europa - Eine Beziehung für das 21. Jahrhundert".****

"In der einen Waagschale liegen die kulturellen Gemeinsamkeiten, in der anderen die historischen Schwierigkeiten, die noch immer nachwirken", so analysierte Fischer das Verhältnis von Österreich zu Serbien. Besonders bedauernswert sei, dass man gerade in Österreich manche Vorurteile noch nicht überwunden hätte. In der Medienberichterstattung über politische Ereignisse in Serbien würde oft unfair und unsachlich berichtet. "Ein vernünftiger politischer Dialog kann nur geführt werden, wenn Ausgewogenheit vorherrscht", betonte der Nationalratspräsident.

Er selbst habe in den achtziger Jahren als Präsident der Österreichisch-jugoslawischen Gesellschaft den Aufstieg Milosevics beobachten können. Von westlicher Seite seien Fehler gemacht worden, man hätte manchmal zu kurzsichtig agiert. "Die Situation in Serbien ist sehr schwierig und labil", so Fischer. Neben der problematischen wirtschaftlichen Lage und dem Druck von außen hätte Serbien nun die ersten Schritte in eine funktionierende Zivilgesellschaft zu vollziehen. "Europa muss diesem Prozess Unterstützung und Rückenwind geben. Die Hauptlast liegt natürlich bei der serbischen Bevölkerung und den politisch Verantwortlichen." Serbien müsse so konstruiert werden, dass Europa das Gefühl bekomme, dass sich diese Unterstützung als Zukunftsinvestition lohnen werde.

Zum Verhältnis zwischen Serbien und Montenegro merkte Fischer an, dass dieses unbedingt ins Gleichgewicht gebracht werden müsse. Die Position Serbiens, die Gesprächsbereitschaft, würde dies erleichtern. Er sei der Meinung, dass alle Konflikte in dieser Region, wenn möglich, ohne weitere Grenzveränderungen gelöst werden sollten.

Zu einer möglichen Partnerschaft zwischen Serbien und Europa müsse man natürlich Überlegungen anstellen. "Allerdings darf man keine Perspektiven entwerfen, die dann nicht eingehalten werden können", betonte Fischer. Gerade in dieser Frage müsse auf beiden Seiten Realismus vorherrschen. Bei der Verbesserung der Beziehungen dürfe nicht nur "die große Politik" eine Rolle spielen, sondern eine Chance liege auch in den sogenannten "grassroot-Projekten". Eine verstärkte Zusammenarbeit müsse zum Beispiel in Bildung, Wissenschaft und Kultur forciert werden. (Schluss) sw

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 53427-275
http://www.spoe.at

Pressedienst der SPÖ

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SPK