"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Tödlicher Mix" (von Peter Nindler)

Ausgabe vom 3. 5. 2001

Innsbruck (OTS) - Der Busunfall auf der Inntalautobahn wirft viele Fragen auf, die Antworten darauf werden nie vollständig sein. Denn Verkehr kann niemals sicher sein, die Verkehrssicherheit nur ständig verbessert werden. Und seit Mittwoch befinden wir u ns mitten in einer neuen Sicherheitsdebatte. Sind Gelenkbusse überhaupt autobahntauglich, muss nicht ihre zulässige Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h reduziert werden?

Dass Spurrillen im Straßenbelag ein zusätzliches Sicherheitsrisiko darstellen, ist wohl unbestritten. Die Belastung der Inntalautobahn als Transit- und Pendlerachse mit 48.100 Fahrzeugen täglich - davon rund 7000 Lkw - wohl ebenfalls. Schließlich sind die schweren Lkw-Züge hauptverantwortlich für das Entstehen der Furchen.

Die Kosten für die Straßenerhaltung explodieren, die Einnahmen hinken hinterher, und die kilometerabhängige Lkw-Maut wurde immer wieder hinausgezögert. Der Hauptverursacher zahlt fast nichts für die Fahrbahnschäden. Trotzdem: Mit der Einführung der Vigne tte haftet schon jetzt der Straßenerhalter für leichte Fahrlässigkeit. Angesichts des Vignetten-Obolus ergibt sich außerdem ein Anrecht auf intakte Fahrbahnen.

Ein tödlicher Mix aus Gelenkbus und Spurrillen ließ den Bus der Zillertaler Verkehrsbetriebe zum tödlichen Pendel werden. Die Haftungsfrage kann nicht das Leid der Hinterbliebenen, psychische und physische Schmer¦zen der Verletzten lindern. Aber sie wird

die Gerichte noch intensiv beschäftigen. Wie auch der Streit zwischen Land Tirol und der Asfinag, ob nicht kürzere Sanierungsintervalle auf der Inntal- und Brennerautobahn notwendig wären bzw. die Belagssanierung im betroffenen Bereich letztlich zu spät beschlossen wurde.

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