DER STANDARD-Bericht: "Letztmalig 500 Millionen für die Großzählung: Registererhebung soll Aufwand minimieren" - Erscheinungstag 2.5.2001

Wien (OTS) - (von Johannes Steiner)

Den mit rund 500 Millionen Schilling veranschlagten
Aufwand für die gestern, Mittwoch, gestartete Großzählung werde man sich künftig zum Gutteil ersparen können, erklärt Gabriela Petrovic, kaufmännische Generaldirektorin der Statistik Österreich. Denn die von der EU den Mitgliedsländern alle zehn Jahre abverlangte Zählung wird diesmal die letzte in der derzeitigen Erhebungsart mittels Formularen sein. Beim nächsten anfallenden Termin 2011 sollte sie schon durch eine Registerzählung ersetzt sein, von der der Bürger gar nichts bemerken wird, weil sie durch Verknüpfung laufend erneuerter Datenregister erfolgt. Dafür fehlten in Österreich aber teilweise noch die legistische Voraussetzungen, sagte Petrovic zum Standard.

In der derzeitigen Form schlägt sich die Großzählung in einem Aufwand von rund 500 Millionen Schilling zu Buche. Die Hälfte davon entfällt auf die Entschädigungen an die Gemeinden für deren Aufwand bei der Abwicklung der Zählung.

Die Kosten der Zählung, die bei der Statistik Österreich (ST.AT) anfallen, werden mit exakt 252,3 Mio. S veranschlagt. 115,7 Mio. S davon trägt die Statistik Österreich selbst. "Diesen Betrag bringen wir über anderweitige Einsparungen und Rationalisierungen aus unserem Budget auf", erklärt Petrovic. Damit muss vor allem der erhöhte Personalbedarf und die Aufstockung der EDV-Kapazitäten abgedeckt werden. Von Juni bis November würden etwa zur Auswertung der Ergebnisse 140 zusätzliche Mitarbeiter ins Haus geholt.

Vom Bund kommt eine Zusatzfinanzierung von 136,6 Mio. S. Aus dieser wird auch der 54 Mio. S schwere Druckauftrag für die Formulare abgedeckt. Zumindest dieser würde bei einer Registerzählung wegfallen, auch der Personal- und EDV-Aufwand wäre dann deutlich geringer.

Voraussetzung dafür, so Petrovic, sei aber der Aufbau von vier Zentralregistern, vergleichbar etwa laufend erneuerten Datenbanken. Ein Unternehmensregister gäbe es schon im Haus. Der Aufbau eines zentralen Melderegisters soll durch die derzeitige Großzählung möglich werden. Für ein Bildungsstand- und Wohnungs- und Gebäuderegister müsste aber erst der Gesetzesauftrag geschaffen werden. Gäbe es diese Register, könnte alles, was jetzt in der Zählung abgefragt werde, aus den aktualisierten Registerdaten erhoben werden. Vorbild sind dafür die nordischen Länder wie etwa Finnland, das bereits eine Registerzählung eingerichtet hat.

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