Zweiter Genmais-Fund innerhalb eines Jahres - Versäumnisse des Landwirtschaftsministers rächen sich

"Industrie hat die Gentechnik nicht unter Kontrolle"

Wien (SK) "Die Genmais-Kontamination von Saatgut ist kein Einzelfall", kommentierte SPÖ-Umweltsprecherin Ulli Sima den heute bekannt gewordenen Fund von gentechnischer Verunreinigung in Saatgut der Firma Pioneer. "Bereits letzten August haben wir in Mais-Saatgut-Proben der Sorte 'Clarissa' der Firma Pioneer Spuren von gentechnischer Verunreinigung entdeckt", so Sima am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Die jahrelangen Versäumnisse Seitens des Landwirtschaftsministers rächen sich nun. Denn für Minister Molterer waren die alarmierenden Ergebnisse im letzten Jahr nicht Grund genug, um initiativ zu werden. "Selbst nach der Freisetzung von genmanipuliertem Raps in Braunau (Oberösterreich) letzten Sommer sei für Molterer "noch immer nicht Feuer am Dach" gewesen, kritisierte Sima. ****

"Die heute von der Umweltschutzorganisation Greenpeace publik gemachte Verunreinigung von Saatgut mit in Österreich nicht zugelassenen Gentech-Maissorten fügt sich nahtlos in die Reihe der Skandale um kontaminiertes Saatgut ein und ist bei weitem kein Einzelfall", so Sima weiter. Die Saatgutverunreinigung sei zudem ein großes internationales Problem. "Die Industrie hat die Gentechnik entgegen anderslautender Behauptungen einfach nicht im Griff. Man denke nur an den Vorfall in den USA, wo gentechnisch veränderter 'Starlink-Mais', der nur für Futtermittel zugelassen war, plötzlich in der Lebensmittelkette gelandet ist."

Die SPÖ-Umweltsprecherin fordert daher erneut eine Kontrolloffensive, um künftig Verunreinigungen von Saatgut zu verhindern. "Es ist höchst alarmierend, dass aufgrund von Sparmaßnahmen die Kontrollen von Saatgut auf gentechnisch verunreinigte Bestandteile im letzten Jahr stark reduziert wurden." Sima fordert Minister Molterer auf, sich umgehend um die Einhaltung geltender Gesetze zu kümmern. Angesichts der Häufung der Verstöße gegen österreichische Gesetze müsse der Minister endlich die Notbremse ziehen, die Kontrollen umgehend erhöhen und Höchststrafen für die Firmen festsetzen. "Zudem muss Molterer sofort ein Aussaatverbot für die betroffenen Saatgut-Sorten erlassen, denn eine weitere Kontamination des Saatgutes muss endlich unterbunden werden", so Sima abschließend. (Schluss) hm/mp

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