- 02.05.2001, 12:57:19
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- OTS0161 OTW0134
ÖGB-Bachner zu Rauch-Kallat: Wo lebt Frau Gräfin?
Wir brauchen existenzsichernde Arbeitsplätze
Wien (ÖGB). "Wo lebt Frau Gräfin, da fällt mir nur diese Frage
ein." So die Leitende Sekretärin des ÖGB, Roswitha Bachner, zur
Kritik von ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallt, ÖGB-Präsident
Fritz Verzetnitsch hätte sich bei seiner gestrigen Mairede im
Jahrhundert geirrt, als er "echte Vollbeschäftigung, statt
Hungerlöhne" gefordert hatte.++++
"Es scheint ja wirklich ein hartes Brot für eine
ÖVP-Geralsekretärin zu sein, die ständigen Sozialabbaumaßnahmen
dieser Regierung vertreten zu müssen. Aber desswegen muss Frau Gräfin
ja noch nicht die Augen vor der Realität verschließen", meint die
Leitende Sekretärin des ÖGB zu den Rauch-Kallat-Aussagen. Für eine
Spitzenpolitikerin wäre es durchaus angebracht auch einen Blick
hinter die Kulissen zu werfen und Statistiken zu analysieren.
"Das angebliche Jobwunder in Österreich besteht nur auf dem
Papier. Immer mehr Menschen werden in die sogenannten atypischen
Beschäftigungsverhältnisse abgedrängt. Vielen bleibt nichts anderes
übrig, als sich ihr Geld 'zum Auskommen' durch mehrere Jobs, etwa als
geringfügig Beschäftigte, als 'Neue Selbstständige' oder durch
mehrere Teilzeitjobs zu erschuften," gibt Bachner einen Einblick in
die Realität der Arbeitswelt im Lichte der derzeitigen
Bundesregierung. Sie rät der ÖVP-Generalsekretärin "doch einen Blick
auf die Berichte der Armutskonferenz zu werfen".
Wie wenig rosig die Situation der ArbeitnehmerInnen in Österreich
sei, so die Leitende Sekretärin des ÖGB, zeigen selbst Aussagen von
Parteikollegen von Rauch-Kallat. So habe erst kürzlich der dem ÖAAB
angehörende Wiener AK-Vizepräsident Alfred Gajdosik eine ganze Liste
von Forderungen vorgelegt, mit denen die ÖVP-Generalin offensichtlich
keine Freude habe.
Angesichts dieser unbestreitbaren Tatsachen "ist es geradezu die
Pflicht eines ÖGB-Präsidenten, die Finger auf die Wunden der Politik
der derzeitigen Regierung zu legen", stellt die Leitende Sekretärin
des ÖGB fest. Bachner: "Billige Belehrungen die offensichtlich auf
ein schlechtes Gewissen zurückzuführen sind, kann sich Rauch-Kallat
sparen. Viel wichtiger wäre es, wenn sie sich wie der ÖGB für
Arbeitsplätze mit einem Einkommen, mit den jeder auch auskommen kann,
einsetzen würde. Aber da verstummt die ÖVP-Generalsekretärin
schnell". (ff)
ÖGB, 2. Mai 2001 Nr. 351
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Franz Fischill
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