ÖGB-Bachner zu Rauch-Kallat: Wo lebt Frau Gräfin?

Wir brauchen existenzsichernde Arbeitsplätze

Wien (ÖGB). "Wo lebt Frau Gräfin, da fällt mir nur diese Frage ein." So die Leitende Sekretärin des ÖGB, Roswitha Bachner, zur Kritik von ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallt, ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch hätte sich bei seiner gestrigen Mairede im Jahrhundert geirrt, als er "echte Vollbeschäftigung, statt Hungerlöhne" gefordert hatte.++++

"Es scheint ja wirklich ein hartes Brot für eine ÖVP-Geralsekretärin zu sein, die ständigen Sozialabbaumaßnahmen dieser Regierung vertreten zu müssen. Aber desswegen muss Frau Gräfin ja noch nicht die Augen vor der Realität verschließen", meint die Leitende Sekretärin des ÖGB zu den Rauch-Kallat-Aussagen. Für eine Spitzenpolitikerin wäre es durchaus angebracht auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und Statistiken zu analysieren.

"Das angebliche Jobwunder in Österreich besteht nur auf dem Papier. Immer mehr Menschen werden in die sogenannten atypischen Beschäftigungsverhältnisse abgedrängt. Vielen bleibt nichts anderes übrig, als sich ihr Geld 'zum Auskommen' durch mehrere Jobs, etwa als geringfügig Beschäftigte, als 'Neue Selbstständige' oder durch mehrere Teilzeitjobs zu erschuften," gibt Bachner einen Einblick in die Realität der Arbeitswelt im Lichte der derzeitigen Bundesregierung. Sie rät der ÖVP-Generalsekretärin "doch einen Blick auf die Berichte der Armutskonferenz zu werfen".

Wie wenig rosig die Situation der ArbeitnehmerInnen in Österreich sei, so die Leitende Sekretärin des ÖGB, zeigen selbst Aussagen von Parteikollegen von Rauch-Kallat. So habe erst kürzlich der dem ÖAAB angehörende Wiener AK-Vizepräsident Alfred Gajdosik eine ganze Liste von Forderungen vorgelegt, mit denen die ÖVP-Generalin offensichtlich keine Freude habe.

Angesichts dieser unbestreitbaren Tatsachen "ist es geradezu die Pflicht eines ÖGB-Präsidenten, die Finger auf die Wunden der Politik der derzeitigen Regierung zu legen", stellt die Leitende Sekretärin des ÖGB fest. Bachner: "Billige Belehrungen die offensichtlich auf ein schlechtes Gewissen zurückzuführen sind, kann sich Rauch-Kallat sparen. Viel wichtiger wäre es, wenn sie sich wie der ÖGB für Arbeitsplätze mit einem Einkommen, mit den jeder auch auskommen kann, einsetzen würde. Aber da verstummt die ÖVP-Generalsekretärin schnell". (ff)

ÖGB, 2. Mai 2001 Nr. 351

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