Kubitschek: Völlig aburde Vorwürfe Grassers gegenüber der SPÖ

Nicht die SPÖ sondern die stümperhafte Privatisierungspolitik Grassers Schuld an Börsenschwäche

Wien (SK) Den Vorwurf von Finanzminister Grasser, die SPÖ sei an der Schwäche der Wiener Börse Schuld, bezeichnete SPÖ-Wirtschaftssprecherin Maria Kubitschek als "völlig absurd" und als einen "plumpen Versuch, die Schuld am eigenen Versagen anderen in die Schuhe zu schieben". Kubitschek erinnerte in diesem Zusammenhang an den Börsengang der Telekom Austria, den sie als "stümperhaft" bezeichnete. "Die Telekom wurde zu einem Zeitpunkt platziert, als IT-Aktien bereits stark unter Druck standen. Aber auch die praktisch fast zeitgleich angesetzte Versteigerung der UMTS-Lizenzen oder die Diskussion über die Novellierung des Telekom-Gesetzes sind Argumente, die Investoren im Vorhinein von einer Investition abschrecken, weil die Rahmenbedingungen zu unsicher sind. Die Folge davon war, ein äußerst niedriger Kurs und damit ein sehr geringen Erlös." Kubitschek sprach von einer Verschleuderung von Volksvermögen. ****

Die Regierung wollte mit den Telekom Austria-Papieren eine Art Volksaktie schaffen, um die Wiener Börse zu beleben. "Das Ergebnis war aber, dass nun alle, die sich zum Kauf einer Telekom-Aktie überreden ließen, auf Jahre hinaus keine weiteren Aktien erstehen werden. Damit ist der Regierung das Gegenteil einer Börsenoffensive gelungen", unterstrich die SPÖ-Wirtschaftssprecherin.

Kubitschek bezeichnete die Privatisierungspolitik Grassers im Allgemeinen als sehr amateurhaft. "Im vergangenen Jahr gingen der ÖIAG durch die Politik der blau-schwarzen Regierung 38 Milliarden Schilling verloren." Denn durch den Zeitdruck, den sich Grasser selbst bei den Privatisierungsvorhaben auferlegt, werde der Preis für die Unternehmen sicher nicht nach oben geschraubt. Zudem habe der von Grasser und Prinzhorn installierte Aufsichtsrat ein Gutachten für weitere Privatisierungen bestellt, was aber sogleich von Grasser widerrufen wurde. "Damit wird das Vertrauen der Anleger in Titel aus der ÖIAG sicher nicht erhöht", unterstrich Kubitschek. (Schluss) ns

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