ÖGB-Leutner: Chancen für Ältere schaffen, statt neuer sozialer Schieflage

Pensionsalter: Falsche Überlegungen bei Schüssels Anhebungsplänen

Wien (ÖGB). Die Überlegungen von Bundeskanzler Schüssel zu einer Anhebung des Pensionsalters auf 65 Jahre, fänden unter gänzlich falschen Voraussetzungen statt, erklärte Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär im ÖGB. "Die Bundesregierung geht von der Fehleinschätzung aus, dass es in der Entscheidungsfreiheit der Betroffenen liege, ob sie über die derzeitigen Pensionsaltersgrenzen hinaus im Erwerbsleben bleiben können. Die Realität sieht leider gravierend anders aus: Bei über 50 Prozent aller Betroffenen erfolgt der Pensionsantritt im Anschluss an Arbeitslosigkeit oder Krankheit und nicht unmittelbar im Anschluss an Erwerbsarbeit."++++

Besonders drastisch habe sich etwa die, von der Regierung beschlossene, rückwirkende sofortige Abschaffung der vorzeitigen Alterspension wegen geminderter Erwerbsfähigkeit ausgewirkt. "Betroffen sind von dieser Maßnahme etwa 13.000 ArbeitnehmerInnen im Alter über 55 (Frauen) bzw. über 57 (Männer) mit Gesundheitsproblemen und zumeist eher geringer Qualifikation - für viele von ihnen wurde das Pensionsantrittsalter ohne Vorwarnung de facto um viereinhalb Jahre erhöht."

Oberste Priorität müsse die Schaffung von "altersgerechten Arbeitsplätzen" haben, so der Leitende Sekretär. "Wir brauchen dringend Maßnahmen zur Erhöhung der Erwerbschancen älterer ArbeitnehmerInnen. Es ist doch 'sozial schief', immer weiter über ein noch höheres Pensionsalter zu spekulieren, solange keine ausreichenden Anstrengungen unternommen werden, um ArbeitnehmerInnen länger in Arbeit zu halten. Eine verbesserte Gesundheitsvorsorge, um die Ursachen für die viel zu hohen Invalidisierungsraten zu beseitigen, sowie entsprechende Schulung und Weiterbildung für ältere ArbeitnehmerInnen sind daher zentrale Forderungen der Gewerkschaft." Leutner abschließend: "Die Forderung von Wirtschaft und Regierung nach älteren ArbeitnehmerInnen bleibt ohne konkrete Schritte ein Lippenbekenntnis." (hk)

ÖGB, 2. Mai 2001
Nr. 349

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