Greenpeace deckt auf: Pioneer-Saatgut mit Gentech-Mais kontaminiert

Greenpeace fordert Aussaatverbot, lückenlose Kontrollen und Positivliste

Wien (OTS) - Mit einer Aktion vor dem Parlament warnte Greenpeace heute früh vor gentechnisch verunreinigtem Mais-Saatgut. Aktivisten in Schutzanzügen präsentierten das beanstandete Saatgut in Säcken und forderten mit einem Banner "Stopp Gentech-Saatgut". Analysen im Auftrag von Greenpeace hatten ergeben, dass in Amerika hergestelltes Saatgut der Firma Pioneer mit in Österreich nicht zugelassenen Gentech-Maissorten kontaminiert ist. Greenpeace hat Pioneer bei der zuständigen Behörde angezeigt. Für Minister Molterer, der heute Nachmittag am parlamentarischen Landwirtschaftsausschuss zum Thema Saatgut teilnimmt, hinterlegten die Greenpeace-Aktivisten weitere Saatgutproben - versehen mit der Aufforderung es "dringend" zu untersuchen: "Da die Aussaat von Mais unmittelbar bevorsteht, verlangen wir von den zuständigen Ministern Molterer und Haupt unverzüglich ein Aussaatverbot für in Amerika erzeugtes Saatgut, lückenlose Kontrollen und eine Positiv-Liste mit kontrolliert Gentech-freiem Saatgut. Außerdem muss Pioneer eine sofortige Rückholaktion starten", forderte Thomas Fertl von Greenpeace bei der Aktion.

Greenpeace hatte Saatgut von drei Maissorten bei der staatlich akkreditierten Prüfstelle Ökolab auf Gentechnik-Bestandteile analysieren lassen. In der konventionellen Sorte PR39D81 von Pioneer fanden die Tester Anteile von gentechnisch manipulierten Maissorten BT11 sowie Mon809 oder Mon810 (analytisch nicht unterscheidbar). Bei BT11 handelt es sich um einen Mais der Firma Novartis, der durch Genmanipulation ein Insektengift produziert und gegen ein Unkrautvernichtungsmittel widerstandsfähig ist. BT11 darf in die EU nur importiert, aber nicht angebaut werden. Mon810 ist in Österreich mit einem Importverbot belegt, und für Mon809 ist das Zulassungsverfahren noch nicht abgeschlossen. Der Verkauf all dieser Saatgut-Sorten ist in Österreich daher illegal.

Bei Saatgut-Verunreinigungen gilt "Null Toleranz", das heißt ein Grenzwert von 0,0 Prozent für Verunreinigungen mit nicht zugelassenen Gentech-Sorten. "Die von Greenpeace aufgedeckte Gentech-Verunreinigung im Mais-Saatgut ist daher rechtswidrig", so Thomas Fertl. "In Österreich wird auf 245.000 Hektar Mais angebaut. Eine "nur" 0,1 prozentige Verunreinigung mit gentechnisch verändertem Saatgut käme damit einer Freisetzungsfläche von 245 Hektar gleich", skizzierte Fertl die möglichen Auswirkungen von Saatgut-Verunreinigung.

Die beanstandete Sorte wurde in Amerika erzeugt, wo aufgrund des großflächigen Anbaus genmanipulierter Pflanzen Saatgutverunreinigung zu einem immer größeren Problem wird. "Bislang gilt Mais aus österreichischem Anbau als Gentechnik-frei. Das muss auch weiterhin so bleiben", betonte Thomas Fertl. "Offensichtlich ist die Gentechnologie außer Kontrolle geraten. Wenn die Sicherheit des Saatguts nicht garantiert werden kann, muss der Import verdächtiger Sorten gestoppt werden", so Fertl. Den Landwirten empfiehlt Greenpeace vorsorglich Saatgut aus Amerika zu vermeiden und bietet unter www.greenpeace.at eine Liste amerikanischer Saatgutsorten an.

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