Wirtschaft sieht Gefahr einer "schleichenden" Kürzung des Bundeszuschusses für FH-Studien

Wien (PWK327) - An der Fachhochschule Wr. Neustadt nehmen heuer zwei neue Studiengänge den Betrieb auf, ohne dass es für die vorgesehenen insgesamt 100 Studienanfänger den sonst üblichen Bundeszuschuss von 95.000 Schilling pro Hörer gibt. Nach dem Entwicklungs- und Finanzierungsplan des Bundes müssten in diesem Jahr zwar insgesamt 600 zusätzliche FH-Studienplätze finanziert werden können, doch dürfte es da Probleme geben.

Offensichtlich liegen diese nicht beim FH-Erhalter in Wr. Neustadt, denn der für die Anerkennung von FH-Studien zuständige Fachhochschulrat hat die Studiengänge genehmigt. Auch sind die Voraussetzungen zur Gewährung des Bundeszuschusses grundsätzlich erfüllt, denn das Ministerium hat die Finanzierung schon jetzt, jedoch mit einer zeitlichen Verzögerung von einem Jahr zugesagt.

Wie die Wirtschaftskammer hierzu feststellt, entspricht diese Vorgangsweise faktisch einer Kürzung des Bundeszuschusses für die FH-Studien, die vor allem deshalb mit Sorge registriert wird, weil der Bundeszuschuss pro FH-Student seit dem Jahr 1994 niemals erhöht worden ist. Überdies wird befürchtet, dass von der beschriebenen Praxis eine Signalwirkung für die Träger neuer Studiengänge ausgehen könnte, die unter dem Zeitdruck des vorgesehenen Starts für den Studienbetriebs bereit sind, die Kürzung in vorauseilendem Gehorsam einzuplanen.

Die Wirtschaftskammer hält es daher für erforderlich, dem Eindruck einer schleichenden Kürzung des Bundeszuschusses in der Förderungspraxis des FH-Bereichs entschieden entgegenzutreten. In einer Zeit, in der der Vorsitzende des Forschungsrates zu recht kritisiert, dass im Bereich der öffentlich finanzierten Universitäten im Vorjahr ein Drittel der Studienanbieter keinen einzigen Absolventen hervorgebracht haben, sollte vielmehr sichergestellt werden, dass erfolgversprechende FH-Vorhaben mit einer leistungsgerechten Bundesfinanzierung rechnen können. (hp)

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