Eingeschränkte Pressefreiheit in Tanzania

Städtepartnerschaft Salzburg-Singida startet www.msimulizi.com

Salzburg (OTS) - Seit 1984 ist Tanzania Partnerland der Städtepartnerschaft Salzburg-Singida. Anlässlich des Internationalen Tages der Pressfreiheit am 3. Mai will die Städtepartnerschaft über die schwierige journalistische Situation in dem ostafrikanischen Staat informieren. Und startet die eigens dafür eingerichtete Website www.msimulizi.com, die nach der ersten Zeitung des Landes benannt ist.

Seit der Verfassungsänderung vom 1. Juli 1992 ist das Land am Indischen Ozean formell eine Demokratie mit Mehrparteien-System. Eine Folge der politischen Neuorientierung war das Entstehen einer bunten Medienlandschaft mit einer Vielzahl von privaten Zeitungen und Rundfunkstationen. Trotz des massiven Widerstandes von unabhängigen Journalisten weigert sich aber die tanzanische Regierung bis heute, ihre drakonische Medienpolitik aufzugeben. So erlaubt die Mediengesetzgebung jederzeit die Einstellung von Zeitungen und Zeitschriften. Außerdem kommt es immer wieder zu Verhaftungen von Journalisten im Zusammenhang mit Anklagen wegen "Volksverhetzung".

"Prinzipiell ist die Situation aus Sicht der Regierung schon fast verständlich," meint Dr. Martin Sturmer von der Städtepartnerschaft Salzburg-Singida. "Denn die Ausbildung von Journalisten hat mit dem gewaltigen Medienboom nicht mithalten können. Die Konsequenz sind oftmals haarsträubende Falschmeldungen und extreme Diffamierungen." Deshalb würde die Regierung um den ehemaligen Journalisten Mkapa die Entwicklung zu Recht mit Sorge betrachten. Schließlich genießt Tanzania als eines der wenigen subsaharanischen Länder Afrikas seit Jahrzehnten politische Stabilität.

Sturmer, der für die staatliche Tanzania School of Journalism in Dar es Salaam das Lehrbuch "The Media History of Tanzania" verfasst hat, will Mkapas Regierung aber trotzdem keinen Persilschein ausstellen: "Eine freie Presse ist eine wesentliche Säule für eine demokratische Entwicklung. Sie vollbringt eine wichtige Kontrollfunktion gegenüber den Leistungen des Staates." Einzig möglicher Ausweg aus dem Dilemma: Die Entwicklungszusammenarbeit müsse Tanzania bei der Ausbildung von Journalisten unterstützen.

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