Fasslabend: Neue Arbeitskultur braucht neue Arbeitgebermoral

Gusi-Grusi ist Wiederbelebungsversuch einer politischen Totgeburt

Wien, 1. Mai 2001 (ÖAAB-PD) Die vom SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer geforderte Form der Grundsicherung würde aus Arbeitnehmern Almosenempfänger machen. Angesichts der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt geht sie auch völlig an der Realität vorbei. Diese Gusi-Grusi ist daher nicht mehr als der Versuch, eine politische Totgeburt wiederzubeleben, sagte heute, Dienstag, ÖAAB-Bundesobmann Dr. Werner Fasslabend bei der Mai-Veranstaltung der ÖVP. Fasslabend stellte fest, daß eine moderne Zeit auch in der Beschäftigungspolitik nach Öffnung verlangt, nach der Bereitschaft zu Neuem. Dabei dürfe man aber nicht der Versuchung eines "neoliberalen Götzendienstes" erliegen. Eine neue Arbeitskultur erfordere auch eine neue Arbeitgebermoral. ****

Das Ziel einer modernen Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik werde mit Sicherheit nicht mit den Blockademaßnahmen der SPÖ erreicht. "Wir müssen den Menschen eine zeitgemäße Form der Existenzsicherung bieten - durch Einkommen, das aus Arbeit bezogen wird", sagte Fasslabend. Mit seiner Forderung nach einer Grundsicherung für jeden, egal ob man arbeitet oder nicht, beschäftige sich Gusenbauer nicht mehr mit den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Er habe damit den Bezug zu den Bedürfnissen der Arbeiterschaft verloren. Fasslabend fordert daher ein Ende der Njet-Politik der SPÖ, ein Abgehen von der Nein-zur-Zukunft-Strategie.

"Ein moderner Arbeitsmarkt braucht auch moderne Maßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik. Wir brauchen die Bereitschaft zur Offenheit, den Mut zu Neuem. Dabei dürfen wir aber auch nicht der Versuchung erliegen, den Versuchungen des "neoliberalen Götzen der Gewinnmaximierung" zu erliegen", so Fasslabend. Untrennbar verbunden mit einer neuen Arbeitskultur sei daher die Forderung nach einer neuen Arbeitgebermoral.

Diese bestehe beispielsweise in der Umsetzung von Mindeststandards bei der partnerschaftlichen Mitwirkung, beim Arbeitnehmerschutz und der Sicherung eines angemessenen Einkommens für alle Arbeitnehmer, aber auch in der sozialen Absicherung im Krankheitsfall und besonders bei der Aus- und Weiterbildung., sagte Fasslabend.

Zur neuen Arbeitskultur zählt der ÖAAB-Bundesobmann auch die Umsetzung der Abfertigung Neu. "Es geht nicht darum, um Prozentsätze und Einzahlungszeiträume zu feilschen, sondern darum, den Arbeitnehmern auch in Zeiten rascher Wechsel und steigender Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt eine Sicherheit zu bieten, die den geänderten Anforderungen gerecht wird. Mit der Einführung der Abfertigung Neu - und zwar dem vom ÖAAB ausgearbeiteten Modell -können wir diese Sicherheit bieten. Die rasche Umsetzung, die es erlaubt, daß dieses Gesetz am 1. Jänner 2002 in Kraft tritt, ist daher ein Gebot der Stunde", sagte Fasslabend.
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