AK Tumpel: Zuwanderung allein löst die Probleme am Arbeitsmarkt nicht

AK Präsident fordert mehr Arbeitsplätze für Frauen und Ältere, mehr Geld für Aus- und Weiterbildung und bessere Integration in Österreich lebender Zuwanderer

Wien (AK) - "Statt ständig über mehr Zuwanderung zu reden, muss die österreichische Regierung endlich ihre Hausaufgaben machen", fordert AK Präsident Herbert Tumpel anlässlich des Tages der Arbeit am 1. Mai, "Ziel muss es sein, dass möglichst viele österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz haben." Und da ist die Regierung in vielen Bereichen säumig, kritisiert Tumpel. Die Erwerbsquote der Frauen ist in Österreich viel zu niedrig, es muss mehr getan werden, damit ältere ArbeitnehmerInnen länger im Berufsleben stehen können, es gibt zu viele so genannte atypische Beschäftigungsverhältnisse mit schlechten Arbeits- und Einkommensbedingungen, die Regierung investiert zu wenig in die Aus-und Weiterbildung und schließlich müssen die bereits zugewanderten Personen und ihre Kinder besser und rascher in den Arbeitsmarkt integriert werden. "Zuwanderung kann eine ambitionierte Beschäftigungspolitik nicht ersetzen", sagt Tumpel. ****

Beruf und Familie dürfen kein Widerspruch sein

"Mehr Zuwanderung allein löst das Problem eines Arbeitskräftemangels nicht", sagt Tumpel, "oberstes Ziel muss es sein, dass zuerst möglichst viele österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz haben." Schließlich, so Tumpel, gibt es in Österreich noch immer mehr als 200.000 Arbeitslose. Darüber hinaus ist in Österreich die Erwerbsquote der Frauen und der über 50-Jährigen zu niedrig. "Die EU hat Österreich aufgefordert, vor allem die Erwerbsquote der Frauen zu heben", sagt Tumpel, "statt die Kindergarten-Milliarde dem Nulldefizit zu opfern, muss die Regierung endlich mehr tun, damit Beruf und Familie besser vereinbar sind." Der AK Präsident fordert mehr und bessere Kinderbetreuungsplätze, mehr Hilfe für Wiedereinsteigerinnen und flexible Arbeitszeitregelungen für Frauen, die Kinder betreuen müssen. "Die Unternehmen werden es sich nicht mehr länger leisten können, auf die so genannten Älteren zu verzichten", sagt Tumpel. Durch mehr berufsbegleitende Weiterbildung und mehr Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, muss es möglich werden, dass ältere Arbeitnehmer länger in Arbeit bleiben.

Auf die Qualität der Arbeitsplätze kommt es an

Mehr als 200.000 Menschen in Österreich sind arbeitslos. Rund 16 Prozent der Beschäftigten in Österreich sind weniger als 100 Tage im Jahr beschäftigt und verdienen dabei immer weniger. Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung und Leiharbeit nehmen immer mehr zu. Das Heer der so genannten neuen Selbständigen wächst immer schneller. "Wir wollen mehr Arbeitsplätze und Arbeitsplätze mit Einkommen, von denen die Arbeitnehmer auch leben können", sagt Tumpel, "das muss das Ziel der Beschäftigungspolitik sein."
Sparen bei der Bildung heißt sparen bei der Zukunft

"Statt mehr in die Aus- und Weiterbildung zu investieren, setzt die Regierung den Sparstift an", kritisiert Tumpel. Es werde ständig nach ausländischen IT-Experten verlangt, sagt Tumpel, aber die Hälfte aller Jugendliche, die sich für eine derartige Ausbildung interessieren, wird abgewiesen, weil es zu wenig Plätze an den berufsbildenden Schulen und den Fachhochschulen gibt. Arbeitnehmer, die sich weiterbilden wollen, scheitern oft an den zu hohen Kosten. Der AK Präsident fordert daher kürzere Ausbildungszeiten durch zweijährige Kollegs für MaturantInnen, neue berufsbildende Schulen für Information und Telekommunikation, eine Werkmeisterschule für IT-Berufe, geförderte Universitätslehrgänge und einen gebührenfreien Computerführerschein für Lehrlinge.

In Österreich lebende Zuwanderer besser integrieren

"Bereits zugewanderte Personen und deren Kinder müssen besser und schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden", sagt Tumpel. Die Beschäftigungsquote dieser Gruppe liegt mit 63 Prozent deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt von rund 70 Prozent. "Allein in Wien sind das rund 10.000 meist junge Menschen, die dringend einen Arbeitsplatz suchen", sagt Tumpel.

Damit möglichst viele österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Arbeitsplatz finden, braucht es eine bewusste Politik und ausreichend Geld um Frauen, Ältere, sozial Benachteiligte und Zuwanderer in den österreichischen Arbeitsmarkt zu integrieren. "Diese Anstrengungen unterbleiben aber, wenn auf jedes Anzeichen einer Verknappung des Arbeitskräfteangebotes durch verstärkte Zuwanderung reagiert wird", sagt Tumpel.

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