Greenpeace-Protest in Polen gegen Brennstäbe-Transport für Temelín

Greenpeace fordert Verbot von Atomtransporten

Wien/Stettin - Mehr als 40 Greenpeace-Aktivisten aus Österreich, Deutschland, Holland, Polen und der Slowakei protestierten heute früh im Hafen von Stettin in Polen gegen die Lieferung von nuklearen Brennstäben für das AKW Temelín. Sie erwarten ein Frachtschiff, das mit Brennstäben für das tschechische AKW Temelín beladen ist. Aktivisten in Schlauchbooten markierten die Route der Atomtransporter über 50 Kilometer mit gelben Anti-Atomsymbolen. Bei der Anlegestelle entrollten sie Transparente mit den Aufschriften "Stop Temelín" und "Nuclear free Poland". Auf den Schienen, auf denen die Brennstäbe Richtung Temelín rollen, setzte Greenpeace die Protestaktion fort. "Wir wollen mit dieser Aktion die polnische Bevölkerung über die Geheimtransporte informieren und erreichen, dass die polnische Regierung Atomtransporte verbietet", sagte Greenpeace-Sprecher Alexander Egit bei der Aktion.

Der zweite Transport von Brennstäben für die beiden Temelín-Reaktoren binnen einer Woche wird ungeachtet der internationalen Proteste von Temelín-Betreiber CEZ unter strenger Geheimhaltung durchgeführt. "Die tschechische Regierung will mit den Geheimtransporten offensichtlich noch mehr Öl ins Feuer gießen", kritisierte Egit.

Da die Hersteller-Firma Westinghouse aus den USA keine Transportgenehmigung für den Transport der Brennstäbe per Flugzeug hat, können Transporte nur per Schiff und dann per Bahn oder LKW abgewickelt werden. Greenpeace appelliert an die polnische Regierung, in Anlehnung an die österreichische Gesetzgebung den Transport von Uran-Brennstäben über das AKW-freie Polen zu verbieten. Da Atomtransporte für Temelín durch Deutschland keine Chance auf Genehmigung haben, könnte so der Nachschub von Brennstäben nach Temelín auf dem Seeweg unterbunden werden.

Die aktuellen Atom-Transporte nach Temelín dienen sowohl dazu,
den
Reaktorblock I mit neuen Brennstäben zu versorgen als auch den Reaktorblock II für die geplante Aktivierung im November 2001 zu beladen. Im Juni sollen die bereits verbrauchten Brennstäbe im Block I gegen neue getauscht werden. Jährlich muss etwa ein Viertel der Brennstäbe im AKW Temelín ausgewechselt werden.

Die Transporte finden zu einem Zeitpunkt statt, zu dem sich die Proteste verschärfen und trotz einem neuerlichen schweren Turbinenschaden. Massive Probleme im Bereich des ersten Reaktors sind noch immer ungelöst. "Die Betreiber von Temelín gefährden mit ihrem sturen Festhalten an der Inbetriebnahme des Pannen-Reaktors die Sicherheit von ganz Mitteleuropa. Temelín darf nicht kommerziell an das Strom-Netz gehen und muss sofort abgeschalten werden", unterstrich Egit.

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Alexander Egit, Greenpeace-Campaigner bei der Aktion, Tel.:
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Franko Petri, Greenpeace-Pressesprecher bei der Aktion, Tel.:
0676-5147246
Jan Haverkamp, Greenpeace-Atomexperte/Prag, Tel.: 0042-060-3569243

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