Mauerhofer wieder Vorsitzende der ÖGB-FGV-Gesundheitsberufe

Das Gesundheitswesen steht vor der Zerreißprobe

Wien (ÖGB). "Durch die 1997 eingeführte Deckelung der Budgets in den Krankenhäusern kommt es zu einer Zerreißprobe im Gesundheitswesen. Die sogenannte 'Drehtürmedizin' ist zur Realität geworden. Immer mehr Beschäftigte halten diesem Druck nicht mehr stand", kritiserte die wieder gewählte Vorsitzende der ÖGB-Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe (ÖGB-FGV), Monika Mauerhofer, zum Abschluss des 12. Fachgruppentages in Wien. Zu ihren StellvertrerInnen wurden Johann Hable und Gerda Mostbauer gewählt.++++

"Die Arbeitszufriedenheit unserer KollegInnen ist im Sinken und psychosomatische Erkrankungen nehmen bedrohlich zu. Auch die Zahl der Suchterkrankungen ist im Steigen. Dadurch werden psychosomatische Erkrankungen als Ursache der Berufsaufgabe immer häufiger", heisst es in einer heute beschlossenen Resolution. Mauerhofer: "Die Situation ist unerträglich. Die Verweildauer der Patienten hat sich in den vergangenen Jahren von durschnittlich elf auf sieben Tage veringert. Manchmal werden Betten pro Tag drei Mal belegt. Die Betten werden nicht mehr kalt."

Verschärft wird die Situation dadurch, dass die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten im Gesundheitswesen zurückgeht, es gleichzeitig aber mehr Teilzeitpersonal gibt. Mauerhofer: "Für die Arbeit mit den PatientInnen gibt es kaum noch Zeit. Viele KollegInnen verkraften das moralisch nicht mehr. Und der Arbeitsdruck steigt weiter."

Die Situation spitzt sich auch aus anderen Gründen zu. Während in den 90er-Jahren das Pflegepersonal immer länger den Beruf ausübte, nimmt nun die Fluktuation immer mehr zu. Mauerhofer: "Im Schnitt üben die KollegInnen ihren Beruf nur mehr drei Jahre aus." Gleichzeitig gibt es immer weniger BewerberInnen für die Krankenpflegeschulen. Mauerhofer: "Wenn nichts geschieht, drohen englische Verwältnisse. Die Gleichbehandlung der PatientInnen wird es nur mehr auf dem Papier geben. Jetzt haben wir noch die Chance zum Gegensteuern."(ff)

ÖGB, 27. April 2001 Nr. 336

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