Armutskonferenz fordert Reichtumsbericht für Österreich

Erster Reichtumsbericht für Deutschland veröffentlicht. Empirische Daten für Strukturreform des österr. Steuersystems wichtig - anstelle angekündigter Steuerzuckerl für die eigene politische Klientel

Wien (OTS) - "Es ist zwar jeder Obstbaum im Land gezählt, über Vermögen und Reichtum wissen wir aber wenig", regt die ARMUTSKONFERENZ einen Reichtumsbericht für Österreich an. "Wer von Armut spricht, darf vom Reichtum nicht schweigen. Das soll in einer modernen demokratischen Gesellschaft kein Tabu zu sein. Im Gegenteil", so die ARMUTSKONFERENZ, "Reichtümer vermögen viel."

Empirische Daten wären auch wichtig, um eine Strukturreform im österreichischen Steuersystem zu beginnen, statt angekündigter Steuerzuckerl für die je eigene politische Klientel.

Österreich ist OECD-Schlußlicht bei der Besteuerung von Vermögen. Beim Aufkommen aus Gewinnsteuern befinden wir uns an vorletzter Stelle. Mit dem effektiven Körperschaftssteuersatz scheint Österreich unter den letzten dreien der EU auf.

Die einseitige Belastung des Faktors Arbeit zugunsten Ressourcen, Kapital und Vermögen schafft ein völliges Ungleichgewicht in der sozioökonomischen Kräfteverteilung. Die Problematik, daß sich insbesondere das Finanzkapital immer mehr der steuerlichen Zugriffs-sowie der demokratischen Gestaltungsmöglichkeiten entzogen hat, wird zur Existenzfrage eines Sozialstaates, der sich so immer mehr über die Belastung des Faktors Arbeit finanziert. Ein beachtlicher Teil an Mitteln wird so dem Gemeinwohl entzogen, dafür die Steuerschraube bei Beschäftigten und beim Massenkonsum weiter angezogen - was die Einkommensschwächeren deutlich mehr belastet.

Das Österreichische Armutsnetzwerk kündigt eine große internationale Reichtumskonferenz im Oktober (19./20) in Wien an, die sich mit den Fragen mangelnder Reichtumsdaten, dem Steuersystem, den internationalen Finanzmärkten, Diskursen der Gerechtigkeit und dem Begriff des "guten Lebens" auseinandersetzen wird.

Die ARMUTSKONFERENZ
Lobby derer, die keine Lobby haben

Frauenhäuser, Schuldnerberatung, Wohnungslosenhilfe, Caritas, Diakonie, Bewährungshilfe, Beratungsstellen für Migrant/innen, Arbeitsmarktprojekte, Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Kolpingwerk, Volkshilfe, Arbeitslosenstiftungen, Berufsverband der SozialarbeiterInnen, Platfform der Alleinerziehenden, u.a.

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