KUKACKA: WOLLTE STUHLPFARRER DURCH NEUES FIRMENGEFLECHT DEN RÜCKFORDERUNGEN IN MILLIONENHÖHE ENTGEHEN?

Wien, 26. April 2001 (ÖVP-PK) In der Causa rund um die Euroteam-Affäre fällt vor allem auf, dass Euroteam-Geschäftsführer Lukas Stuhlpfarrer gleich nach Beginn des Untersuchungsausschusses und nach der Prüfung durch den Rechnungshof seine Firmen neu strukturiert und einen großen Teil in eine Privatstiftung eingebracht hat. Diese Umstrukturierung lässt viele Fragen offen, denen heute im Untersuchungsausschuss nachgegangen werden muss. Das stellte heute, Donnerstag, der Fraktionsobmann der ÖVP im Euroteam-Untersuchungsausschuss, Abg. Mag. Helmut Kukacka, fest. Bei der heutigen Sitzung am Nachmittag ist Lukas Stuhlpfarrer erneut als Zeuge geladen. ****

Eigenartig sei, dass Stuhlpfarrer alle seine Firmen nach Prüfung des Rechnungshofes und nachdem die Firmengruppe mit Millionenrückforderungen konfrontiert wurde, neu organisiert hat. Hier liege nach Meinung von Kukacka der Verdacht nahe, dass der Umbau der Gesellschaften allein dem Zweck diente, Rückforderungen und Schadenersatzforderungen zu entgehen, indem man das noch vorhandene Kapital in die Privatstiftung umleitete. Es gibt mehr als fünf Millionen Schilling an Rückforderungen allein aus vier von Bundeskanzleramt und Arbeitsmarktservice geförderten Projekten.

Stuhlpfarrer hat sein Firmen-Imperium in zwei Bereiche gespalten, wobei einmal die Rechtsform einer Stiftung und einmal jene eines Vereines gewählt wurde, die beide handelsrechtlich keinerlei Transparenz und Nachvollziehbarkeit bieten. Das Firmengeflecht teilt sich auf

o in die Stuhlpfarrer Privatstiftung, bei der die Stuhlpfarrer Beratungs- und Beteiligungs Gmbh eine wichtige Rolle spielt (sie gehört zu hundert Prozent der Stiftung) sowie in die
o Euroteam Beteiligungs- Verwaltungs AG, die zu 79,7 Prozent im Besitz des Vereines Euroteam Vienna und zu 20,3 Prozent des Vereins Projektzentrum 15 ist.

Insgesamt umfasst das Firmengeflecht rund 15 Firmen, wobei der Großteil der Firmen offensichtlich in Millionenhöhe verschuldet sei, so Kukacka.

War Stuhlpfarrer früher in diesen Firmen meistens selbst Gesellschafter, so scheint er nun in diesem neuen Geflecht als Gesellschafter überhaupt nicht mehr auf. "Trotzdem hat Stuhlpfarrer sein Vermögen anscheinend gerettet, weil aus der Stiftungsurkunde eindeutig hervorgeht, dass die Begünstigten der Privatstiftung Stuhlpfarrer und seine Freunde sind", so Kukacka abschließend. (Fortsetzung möglich)

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