Sichere Lebensmittel: Aufgabe für alle Produktions- und Handelsstufen

Molterer: ORF-Enquete bindet alle Beteiligten in Dialog an rundem Tisch ein

Wien, 26. April 2001 (AIZ). - Österreich ist mit seinem ökosozialen Ansatz der Agrarpolitik bei Qualität und Sicherheit seiner Lebensmittel und bei der Ausrichtung der Landwirtschaft auf Nachhaltigkeit europaweit führend, es sind aber weitere Anstrengungen notwendig, um das sensible Gut des Vertrauens der Konsumenten zu vertiefen. Dies ist der Grundtenor der Aussagen des CVatersv der ökosozialen Politik und Präsidenten des Ökosozialen Forums, Josef Riegler, und des Generalsekretärs der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, August Astl, bei der heute in Wien vom ORF, dem Ökosozialen Forum und dem Agrar- und Umweltministerium veranstalteten Enquete rLebens-Mittel. Trends in der Produktion, im Handel und im KonsumU. Für Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer ist es zu wenig, in die Vergangenheit zu blicken, es gehe um die Ausrichtung in die Zukunft mit einem österreichischen Lebensmittelmodell. Dieses Modell fußt zum einen auf mder Selbstverständlichkeit der Sicherheit von Lebensmitteln und deren KontrolleA, die mit der neuen Ernährungsagentur sichergestellt werde sowie zum anderen auf der Qualität, der Vielfalt und der Herkunft der von den österreichischen Bauern produzierten Lebensmittel. ****

Molterer begrüßte, dass mit dieser Enquete seine Idee eines runden Tisches, an dem alle beteiligten Branchen in den Dialog einbezogen werden, aufgegriffen worden sei. Der Erfolg des österreichischen Lebensmittelmodells hänge nämlich maßgeblich von der Beteiligung der Lebensmittelindustrie, des Handels und der Gastronomie ab. An der Basis des Modells stehe gleichsam eine auf hohem Qualitätsniveau stehende landwirtschaftliche Produktion, wofür Molterer im Sinne einer allgemein zu garantierenden Sicherheit EU-weit einheitliche Standards fordert. Für Riegler bedeutet dies weiters auch gleiche Zulassungsbedingungen für Betriebsmittel und Tierarzneimittel, um innerhalb des Binnenmarktes gleiche Sicherheit und fairen Wettbewerb zu sichern. Auf der nächsten Stufe des pyramidenförmigen Modells sieht der Minister die Gütesiegel-Produktion und an der Spitze den biologischen Landbau.

Fairer Wertschöpfungsanteil und Bewusstsein der Konsumenten

Aus der Sicht Molterers könnten die Landwirte die von ihnen erwarteten Qualitätsstandards aber nur dann erfüllen, wenn ihnen Industrie und Lebensmittelhandel einen zfairen Anteil an der Wertschöpfungsketteü zugestehen und wenn die Konsumenten die Bereitschaft zeigten, sich der Qualität bewusst zu sein und diese ßPreiswürdigkeitV beim Einkauf akzeptierten. sDie Quadratur des Kreises, beste Qualität zum Billigtarif anzubieten, ist unmöglich.B

Lebensmittelsicherheit erfordert Kooperation auf allen Stufen

Auch Astl betonte, die Landwirtschaft könne die Aufgaben nicht alleine bewältigen. Die Handelspartner seien zur Kooperation eingeladen, durchgängig kontrollierte und gekennzeichnete Lebensmittel zu fairen Preisen anzubieten. lDoch Qualität zum Nulltarif ist nicht zu haben(, wies er auf Marktanalysen hin, die zeigten, dass die Verbraucher zwar ökologische Produktion und artgerechte Tierhaltung verlangten, sich beim Einkauf aber am Billigpreis orientierten. Sicherheit und Lebensmittelqualität vsteht und fällte für Riegler 0mit der Rolle des LebensmittelhandelsV. Er sei die unmittelbare Kontaktstelle zum Konsumenten. Preissignale, Werbung und Information prägten nicht nur das Kaufverhalten, sondern wirkten auch auf Zulieferer, Verarbeiter und Produzenten hin.

Wer Bio will, muss Bio kaufen

Insbesondere bestimmt das Einkaufsverhalten auch die künftigen Entwicklungschancen des Biosektors in der Landwirtschaft: Wer Bio will, muss Bio kaufen. Die beste Förderung des Biolandbaues in Österreich erfolgt durch das gezielte Kaufverhalten der Konsumenten und nicht durch Unterschriftenlisten oder Polit-AktionismusX, so Astl.

Österreich ist dort, wo Deutschland in zehn Jahren sein will

Einer Politik der totalen Wende, wie sie jetzt in Deutschland diskutiert wird, erteilten sowohl Astl als auch Riegler eine klare Absage: Die auf Riegler zurückgehende ökosoziale Ausrichtung der Agrarwirtschaft in Österreich verfolge viele dieser Grundsätze bereits, wie der europaweit führende Anteil von 10 % Biobetrieben und die 80 bis 90 %ige Beteiligung der Landwirtschaft am Umweltprogramm ÖPUL belegten. yÖsterreich ist jetzt schon dort, wo Deutschland mit seinen agrarpolitischen Zielsetzungen in zehn Jahren sein willc, kommentierte Astl.
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