Wiener Festwochen 2001

50 Jahre Wiener Festwochen, 200 Jahre Theater an der Wien

Wien, (OTS) 50 Jahre Wiener Festwochen und 200 Jahre Theater an der Wien sind die zwei Jubiläen, in deren Zeichen die Eröffnung der Wiener Festwochen am 11. Mai auf dem Rathausplatz steht. Georges Pretre dirigiert die Wiener Symphoniker und den Arnold Schoenberg Chohr. Als Solisten wirken mit Andrea Rost, Roberto Sacca, Bo Skovhus, Kommentare von Otto Schenk.

Das Programm des Festivals, das am Donnerstag präsentiert wurde, ist das letzte des Direktoriums Luc Bondy, Klaus-Peter Kehr und Hortensia Völckers, zugleich das erste, das das neueröffnete Museumsquartier bespielt. Insgesamt zeigen die Festwochen in ihrem Jubiläumsjahr zwischen dem 11. Mai und dem 18. Juni 2001 ein Gesamtprogramm mit 24 Produktionen und 121 Vorstellungen, nicht eingerechnet die Veranstaltungen des Arnold-Schönberg-Festivals und des Internationalen Musikfestes im Wiener Konzerthaus. Der Bogen reicht von großer China-Oper über andere prominente Gastspiele, u.a. Nonos "Intolleranza" aus Köln oder Brooks "The Tragedy of Hamlet" bis hin zu Uraufführungen wie Christian Ofenbauers Oper "Szene Penthesilea" oder "Supermarket" von Biljana Srbljanovic in der Inszenierung von Thomas Ostermeier.****

Das Musiktheaterprogramm von Klaus Peter Kehr kreist um das Thema Fremdheit und Xenophobie. Den Beginn macht die Chinesische Oper "Mudan Ting" (Der Päonienpavillon). An zweimal drei Tagen kommt das Werk mit einer Gesamtlänge von rund 20 Stunden in der Halle E im Museumsquartier zur Aufführung. Luigi Nonos Oper "Intolleranza", die sich mit dem Existenzkampf des Individuums in einer ihm fremden Welt auseinandersetzt, wird als Gastspiel der Bühnen Köln im Theater An der Wien aufgeführt. Ebenfalls im Theater An der Wien kommt die Oper "SzenePenthesileaEinTraum(1999-2000)" von Christian Ofenbauer zur Aufführung. Der Komponist beschäftigt sich anhand Kleists Penthesilea mit dem Aufeinanderprall zweier Gesellschaftssysteme. Ihren Mozart-Da Ponte-Zyklus im Theater An der Wien schließen die Festwochen mit "Le Nozze di Figaro" unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti, Regie Michael Heltau ab. Brian Michaels inszeniert im Odeon Joseph Haydns Singspiel "Die Feuersbrunst" als Zusammenspiel von Menschen und Puppen. Es dirigiert Martin Haselböck. Ebenfalls im Odeon: "gute miene böses spiel" von Karl-Wieland Kurz, eine zeitgenössische Auseinandersetzung um das barocke Spiel von Illusion und Wirklichkeit, weiters die beiden Einakter "Erwartung" von Arnold Schoenberg und "Lohengrin" von Salvatore Sciarrino in einer Inszenierung von Niels-Peter Rudolph, musikalische Leitung Peter Burwik. Ein weiteres Werk von Arnold Schoenberg, das Schauspiel in drei Akten "Der biblische Weg" kommt in der Inszenierung von Hermann Beil im Museumsquartier, Halle E, zur Aufführung.

Das Schauspielprogramm von Luc Bondy wird in der Halle G, Museumsquartier, mit "Now That Communism Is Dead My Life Feels Empty" des New Yorker Avantgarde-Regisseurs Richard Foreman eröffnet. Im Akademietheater inszeniert Klaus Michael Grüber als Koproduktion mit dem Burgtheater das letzte Stück von Bernard-Marie Koltès "Roberto Zucco", das die Faszination des Tötens thematisiert. Thematisch nahestehend: "Bash" des jungen amerikanischen Autors Neil LaBute, Inszenierung Peter Zadek, als Gastspiel der Hamburger Kammerspiele im Akademietheater. Zur Uraufführung kommt in der Halle G, Museumsquartier, das neue Stück von Biljana Srbljanovic "Supermarket". Die Autorin schrieb es auf Initiative der Wiener Festwochen, Regie führt Thomas Ostermeier. Frank Castorf beschäftigt sich erneut mit einem Roman von Dostojewski. "Die Erniedrigten und die Beleidigten" kommt - in Anwendung der Kritik Dostojewskis auf die heutige Gesellschaft - im Museumsquartier, Halle E, zur Aufführung. Peter Brook ist mit zwei Inszenierungen bei den kommenden Wiener Festwochen präsent: "Le Costume" des südafrikanischen Autors Can Themba und "The Tragedyof Hamlet", eine erneute Befragung des großen Theaterstoffes durch einen der führenden Regisseure des 20. Jahrhunderts. Eine One-Man-Show bietet Einar Schleef mit einer Puntila-Bearbeitung unter dem Titel "Brecht Wuolijoki Puntila Schleef".

Im Mittelpunkt des Programms von Hortensia Völckers steht das Projekt "du bist die welt" zum Thema Leben von heute, im Künstlerhaus Wien. Das ganze Haus wird bespielt, neben Film, Theater und Ausstellung werden Auftragsproduktionen
vorgestellt, die die Vernetzung der verschiedenen Disziplinen betonen. Teil des Programms sind die beiden Uraufführungen "Instructions for Forgetting", ein Solo von Tim Etchells, sowie das Gastspiel "Cuerpos A banderados" von Beatriz Catani aus Buenos Aires. Jérome Bel ist mit seiner grandiosen Produktion "The show must go on!" im Museumsquartier, Halle G, zu Gast, im Ronacher ist mit "Shockheaded Peter" nach dem Klassiker "Der Struwwelpeter" eine schrille Junk-Oper zu sehen.

Ein opulentes Musikfest bietet das Wiener Konzerthaus
zwischen dem 7. Mai und dem 17. Juni, wobei den Abschluss Max
Raabe mit seinem Palastorchester und einem Programm des Chanson-
und Filmmusikkomponisten Walter Jurmann, der von den Nazis aus Österreich vertrieben wurde, bestreitet.

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