Pressestimmen/Vorausmeldung/Politik/Minderheiten "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Wem der Friede lieb ist ...

Ausgabe vom 26. April 2001 Klagenfurt (OTS) - Wem der Friede lieb ist ... - Die Heimatverbände und ihr Unterkärntner Stammpublikum waren nach EU-Sanktionen-bedingter Enthaltsamkeit wieder ganz in ihrem Element. Endlich darf in Kärnten wieder offen und in aller Öffentlichkeit von den "frechen Forderungen" der Minderheit und der "schleichenden Slowenisierung" gesprochen werden. Keine Weisen weit und bereit, die einen Bericht verfassen. Muttesprache und Ortstafeln sind wieder jene "Provokationen", auf die zu verzichten laut Kärntner Heimatdienst den Slowenen anstünde, wenn ihnen "der Friede so lieb ist wie uns". Dialog, respektvoller Umgang, sozialer Friede - alles wird beschworen, nur um eines aufzuzeigen - Die Grenze von Dialog, Respekt und Friede. Und die Grenze heißt seit der Völkermarkter Information "aus erster Hand" wieder klipp und klar Ortstafel und Muttersprache. Nun könnte man eventuell meinen, die Völkermarkter Veranstaltung diente lediglich zum Luftrauslassen nach quälend langer Selbstbescheidung und jetzt könnte das Land vernünftig weitermachen. Doch die vom Landeshauptmann vorgeschlagene Lösung sieht ganz anders aus: Er denkt weniger an eine verfassungskonforme Minderheitenpolitik, als dezidiert an eine Anpassung der Verfassung an die von ihm vorgegebenen politischen Grenzen der Minderheit. Das aber wäre Verfassungswillkür gegen eine österreichische Volksgruppe. Dass dabei SPÖ und ÖVP kaum jemals mitmachen werden, ist klar. Doch politischer Druck lässt sich über diese Schiene allemal ausüben. Friedliche Zeiten verspricht das nicht.

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