"Neue Zeit" Kommentar: "Rampenlicht" (von Günther Gruber)

Ausgabe vom 26. 4. 2001

Graz (OTS) - Der neue Klubobmann der SPÖ, Josef Cap, war vor fast 20 Jahren eine der schillerndsten Figuren der österreichischen Innenpolitik. Als 30-Jähriger redete er sich auf einem Parteitag um Kopf und Kragen, als der Juso dem im Stile eines kombatschießenden Feudalherren das Burgenland regierenden Theodor Kery seine berühmten drei Fragen stellte. Das disqualifizierte ihn zwar bei einem Großteil des Partei-Establishments, etablierte ihn jedoch bei Jugend und Künstlern in- und außerhalb der SPÖ als mutigen Burschen. Mit diesem Image kam Josef Cap bei der Nationalratswahl 1983 wie der Phönix aus der Asche - als erster Abgeordneter, der mit 62.457 Vorzugsstimmen direkt ins Parlament gewählt wurde. Die beiden aufregenden Jahre hatten Josef Cap zu einem österreichweit bekannten Politiker gemacht, allerdings ließ er es danach ruhiger angehen. Innerhalb der SPÖ arbeitete er in der Zukunfts- und Kulturwerkstätte, als Parlamentarier ließ er immer wieder mit pointierten Reden aufhorchen. Gestern trat Josef Cap als fast 50-Jähriger wieder in das Rampenlicht der Politik. Er soll jene parlamentarische Speerspitze sein, die dem SPÖ-Klub in der Opposition Profil verleiht und dem SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer bei seiner Vorbereitung auf die Spitzenkandidatur bei der nächsten Nationalratswahl den Rücken frei hält. Eines ist klar:
mutige, aufmüpfige, witzige und bissige Worte allein reichen für einen Klubchef nicht. Cap wird beweisen müssen, dass er auch die Knochenarbeit des Parlamentariers nicht scheut.

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