"Kleine Zeitung" Kommentar: "Ausrangiert" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 26.4.2001

Graz (OTS) - Reicht es, ein schlagfertiger, bissiger und witziger Redner zu sein, um das Amt eines Klubobmannes ausfüllen zu können?

Es ist kein Zufall, dass in der Biographie von Josef Cap stets seine berühmten drei Fragen angeführt werden, mit denen er auf dem SPÖ- Parteitag 1982 den burgenländischen Landeshauptmann Theoder Kery als schießwütigen Privilegienritter bloß stellte.

Für mehr als zwei Jahr zehnte in der Politik ist diese rhetorische Glanzleistung jedoch ein bisschen wenig. Cap ließ vor allem im Zentralsekretariat der Partei ein eigenständiges politisches Profil vermissen.

Wenn man sich die Alternativen anschaut, dann hatte Alfred Gusenbauer allerdings keine große Auswahl. Der Parlamentsklub der SPÖ war von der langen Regierungszeit aus gelaugt und für die harten Oppositionsbänke nicht vorbereitet.

Bevor er Cap nachziehen konnte, musste der SPÖ-Chef noch Peter Kostelka wegloben. Der unter Franz Vranitzky bestellte Klubobmann wird auf den bedeutungslosen, aber bestens bezahlten Posten eines Volksanwaltes abgeschoben. In der Endlager stätte für ausrangierte Politiker aller Farben kann Kostelka bis zur Fälligkeit der Pension überwintern.

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