Enquete über Palliativmedizin im Landtagssitzungssaal

LHStv. Prokop: Der Tod gehört einfach zum Leben

St.Pölten (NLK) - Der Landtagssitzungssaal im Regierungsviertel
in St.Pölten war heute mit Experten, ambitionierten TherapeutInnen und Ärzten, Hospizverantwortlichen, Interessenten und mit Zuhörern gefüllt, die sich in einer Enquete über die "Schnittstellen ambulant - stationär in der Hospizarbeit" mit dem Leben und dem menschenwürdige Sterben auseinandersetzten. Veranstaltet wurde die Enquete vom Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Heime, das mit der "Plattform Hospiz" zusammenarbeitete, zu der die Ärztekammer für Niederösterreich, die Caritas der Diözese St.Pölten und der Erzdiözese Wien, der Lions Club St.Pölten, die NÖ Gebietskrankenkasse, das NÖ Hilfswerk, die NÖ Volkshilfe und die ARGE NÖ Heime gehören.

In der Enquete kamen auch LandespolitikerInnen zu Wort, die gemeinsam mit den Experten - den Eröffnungsvortrag hielt der Schweizer Peter Fässler-Weibel, der über "Zum Erfolg verpflichtet:
Von Schnittstellen zu Nahtstellen in der palliativen Versorgung" sprach - das Thema auch aus der Sicht der ressortzuständigen Arbeit in der NÖ Landesregierung beleuchteten.

Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop hob eingangs die internationale Diskussion um die Euthanasie hervor. "Wir müssen hier aber Informationen geben, wenn wir das breiter diskutieren, dann wird auch die Antwort bei uns völlig anders sein." In Österreich und natürlich auch in Niederösterreich herrsche trotz mancher Polarisierung über die Parteien hinweg ein Grundkonsens, nämlich ein klares Nein zur< Sterbehilfe, aber ein klares Ja zur Begleitung. Das menschliche Begleiten, das Einbinden des Umfeldes und der Palliativmedizin bis hin zu Schmerzbekämpfung sei enorm wichtig, sagte Prokop. Es müsste ein Modell, ein enges Netz aufgebaut werden, um in den Krankenhäusern, in den Heimen, in den Bereichen, wo sie tagesspezifisch betreut werden können, im ambulanten Bereich bzw. in der Hauskrankenpflege, die in den letzten Jahren intensiv ausgebaut wurde, die Patienten zu erfassen und zu betreuen. So betreue man 12.000 Patienten in der Hauskrankenpflege. Auch das breite Netz von Ehrenamtlichen und die Einbindung der Angehörigen gehöre hierher. In der Konsumgesellschaft werde der Gedanke vielfach hintangestellt, aber man müsse sich klar sein, dass der Tod einfach zum Leben gehört.

Landesrätin Christa Kranzl meinte, es habe sehr lang gedauert, bis der Gedanke an die Hospizarbeit in der Gesellschaft entsprechende Wurzeln gefunden habe. Dahinter stehe der Gedanke, dass die Zeit des Sterbens für die Betroffenen und die Angehörigen eine äußerst schwierige, vor allem eine große seelische Belastung sei. Hospizarbeit bedeute das achtungsvolle, zugewandte Begleiten von Menschen in der wohl schwierigsten Phase ihres Lebens. Bisher war ja die Verdrängung des Sterbens durchaus üblich, und der zu Betreuende hatte öfters das Gefühl, allein zu sein.

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