AUSLÄNDISCHE PRESSESTIMMEN ZU KHOL'S "WENDE-BUCH" Zitate aus den Artikeln von Reinhard Olt in der FAZ und Beat Amman in der NZZ

Wien, 25. April 2001 (ÖVP-PK) Zwei renommierte Journalisten in zwei ebenso renommierten ausländischen Tageszeitungen - Reinhard Olt in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (5. April 2001, S. 12) und Beat Amman in der Neuen Zürcher Zeitung (25. April 2001, S. 3) besprechen in einer gelungenen Mischung aus objektiver Berichterstattung und subjektiver Betrachtung das neueste Buch von ÖVP-Klubobmann Dr. Andreas Khol, "Die Wende ist geglückt. Der schwarz-blaue Marsch durch die Wüste Gobi", erschienen im Molden Verlag (das Buch ist momentan vergriffen und erscheint nächste Woche in dritter Auflage). Wir zitierten aus den beiden Zeitungsartikeln:****

REINHARD OLT IN DER FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG

"Noch nie seit Ende des Zweiten Weltkriegs vollzog sich im demokratisch gefestigten, zivilisierten Teil Europas eine Regierungsumbildung unter dramatischeren Umständen als jene vom Januar/Februar vorigen Jahres in Österreich. ÖVP und FPÖ, die das Regierungsbündnis eingingen, standen unter massivem Druck von innen wie von außen. Die Zweite Republik und ihre Bürger sahen sich strengster Observation unterworfen, politisch und publizistisch herabgewürdigt auf die Stufe von Parias der Staaten- und Völkergemeinschaft. Am 31. Januar 2000 drohte die unter halbjähriger Turnuspräsidentschaft Portugals stehende Europäische Union (EU) dem Mitgliedsland Österreich bilaterale 'Maßnahmen' an, falls die FPÖ an der Wiener Bundesregierung beteiligt werden sollte. Was dann geschah, ging alsbald unter dem Begriff 'Sanktionen' in die Annalen ein." ...

"Andreas Khol, ÖVP-Fraktionschef, war einer der Architekten der ÖVP/FPÖ-Koalition. Soeben hat er ein fesselndes Buch über deren Entstehung veröffentlicht" ...

"Zu den spannendsten und erhellendsten Kapiteln des Buches gehört jener Abschnitt, in dem Khol einen - für die Genese der 'Sanktionitis' entscheidenden - Mitschnitt eines Telefongesprächs wiedergibt: Der französische Staatspräsident Chirac gab 'Empfehlungen' für die ÖVP und malte das Bevorstehende für den Fall des Zuwiderhandelns aus" ...

"In der luzide durchkomponierten Publikation des Staats-, Verfassungs- und Völkerrechtlers Khol handelt es sich um eine minutiöse, detailgetreue Verlaufschilderung, die auf den Aufzeichnungen des passionierten Tagebuchschreibers beruht. Somit handelt es sich um eine authentische Quelle aus erster Hand, die dem Leser stets die unter der 'Machtfrage' wirksam gewordenen Kategorien Kalkül, Taktik und Strategie vor Augen führt" ...

BEAT AMMAN IN DER NEUEN ZÜRCHER ZEITUNG

"In einem Buch beschreibt der ÖVP-Politiker Andreas Khol, wie es in Österreich zur Regierungsbeteiligung der FPÖ 'kommen musste'. Beim vierten Anlauf der ÖVP, der SPÖ eine Wende schmackhaft zu machen, habe diese versucht, seine Partei zu täuschen. Inzwischen war die FPÖ für Khol in den 'Verfassungsbogen' zurückgekehrt. Ihrer Rolle als Steigbügelhalter überdrüssig, habe die ÖVP den Sprung endlich gewagt" ...

"Als Metapher ist nur das Schlimmste gut genug: Zu schwach wäre das Sinnbild eines Marsches durch die Sahara, um die Qual zu beschreiben, die ÖVP auf sich nahm, als sie Ende Januar 2000 mit der FPÖ eine Koalitionsregierung bildete. Dies ist die Einschätzung Andreas Khols" ... "genauer Standort unbekannt, irgendwo unterwegs in der Wüste Gobi, deren Durchquerung er für die größere Herausforderung hält als die Route durch die Sahara" ...

"Gestützt auf sein Tagebuch, ist Khol der erste Mitspieler von damals, der seine Sicht der Dinge schriftlich darstellt" ... "Getreu seinem Ruf, der Streitlust zu huldigen, hat Khol eine Analyse geliefert, die provoziert: wie die ÖVP vom gutmütigen Opfer zur potenziellen Oppositionspartei, dann rasch zum milden Täter wurde" ...

"Unter 'Wende' versteht Khol mehr Marktwirtschaft, mehr Freiheit und mehr Privatisierung, weniger Ämter, Bürokraten und Kontrolle, weniger Schulden und mehr Investitionen, ferner die Abkehr von der Neutralität und deren Ersetzung durch 'Solidarität'. Von Khols Zielen, die er mit dem Begriff Wende verbindet, erreichte die ÖVP mit der SPÖ im Kern nur den Beitritt zur EU. Lange war die SPÖ selbst dazu nicht willens gewesen"...

"Immerhin kommt ihr (der ÖVP -Anm.d.Red.) das Verdienst zu, spät, aber doch, die Spielregeln geändert zu haben, und zwar eigenmächtig; wie sich herausstellen sollte, geradezu gegen den Rest der Welt"...

"Recht hat Khol, wenn er sagt, dass die von der SPÖ durchgesetzte Ausgrenzung der FPÖ am Schluss ihr selbst schadete: Sie hatte sich die Option verbaut, zur Sicherung der eigenen Macht notfalls mit Haider eine Koalition zu schmieden. Laut Khol wollte Klima, der damalige Bundeskanzler, mit der FPÖ immerhin schriftlich vereinbaren, diese möge im Parlament stillhalten, um eine Minderheitsregierung der SPÖ zu ermöglichen. Im Gegenzug soll Klima versprochen haben, die FPÖ international salonfähig zu machen und vorzeitige Neuwahlen auszulösen. Auch Bundespräsident Klestil habe in diesem Sinne argumentiert, fügt Khol hinzu, wobei er sich auf Haider beruft" ...

"Der Bundespräsident habe sein Rendez-vous mit der Geschichte versäumt, da er keine Front gegen die Sanktionen hinter sich geschart habe. Dem Ruf des Bundespräsidenten hätte sich keine Partei verweigern können, hätte dieser sich schützend vor das Land gestellt; allein, der Ruf blieb aus. Die Sanktionen waren für Khol "Österreich-Mobbing"; erst sie hätten aus der Wüste Sahara eine Wüste Gobi gemacht: statt Sand und Oasen nur Steine und Felsen" ...

"Haiders Partei sei seit der Waldheim-Kampagne 1986 Ziel der Dämonisierung gewesen, schreibt der Autor. Khols Formulierung von Mitte der neunziger Jahre, die FPÖ stehe außerhalb des Verfassungsbogens, habe nie bedeutet, dass diese verfassungswidrig sei. Die FPÖ habe damals eine revolutionäre Veränderung der Republik angestrebt; gemeint ist Haiders radikales Projekt 'Dritte Republik'. Im Vorfeld der Wahl 1999 habe die FPÖ jedoch einen Strategiewechsel vollzogen, der in ein Wendeprogramm gemündet habe: Sie habe sich 'zur zweiten bürgerlichen Wendepartei umstilisiert'" ...

"Im Falle von Neuwahlen Anfang letzten Jahres wäre die FPÖ als Regierungspartei nicht zu vermeiden gewesen, schreibt Khol. Die ÖVP zog es vor, das Risiko einer Regierung mit jener gleich einzugehen, ohne Umweg über die Urnen; die SPÖ hätte ihr überdies zuvorkommen können. Am 25. Januar 1999, so berichtet Khol, schätzte seine Partei, es bestehe eine Chance von zumindest 50 Prozent dafür, in einer Koalition mit den Freiheitlichen erfolgreich zu arbeiten, 'nicht mehr, und nicht weniger' " ...
(Schluss)

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