Stadt Wien forciert Gesundheitsförderung an den Schulen

Lebensraum Schule aktiv gesundheitsfördernd gestalten

Wien, (OTS) "Gesundheitsförderung ist an vielen Wiener Schulen ein fixer Bestandteil des Alltags von Schülern, Lehrern und Eltern geworden", freut sich Wiens Gesundheitsstadträtin Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker anlässlich des Startschusses zur zweiten Staffel des WHO-Projektes "Wiener Netzwerk - Gesundheitsfördernde Schulen". "Gesundheit darf nicht allein im medizinischen Sinne verstanden werden. Gesundheit entsteht im alltäglichen Lebenskontext und hier spielen psychosoziale Aspekte eine wesentliche Rolle", führt Pittermann weiter aus. Die soziale Gesundheit eines Menschen wird neben der Einbindung in familiäre und soziale Netze vor allem auch durch den Einfluss der unmittelbaren Lebenswelt bestimmt.

In dem Projekt "Gesundheitsfördernde Schule" steht daher auch die Schule selbst als relevante Lebenswelt im Mittelpunkt. Es geht nicht um einzelne Gesundheitsförderungsprogramme, sondern um individuelle, gesundheitsfördernde Schulprofile, die spezifisch auf die Möglichkeiten und Bedingungen der einzelnen Schule abgestimmt sind. "Mit finanzieller Unterstützung durch die Stadt Wien und die WHO geht eine gesundheitsfördernde Schule, in all ihren Handlungen und Entscheidungen optimal auf die Bedürfnisse der SchülerInnen, LehrerInnen, der nicht unterrichtenden Personen und der Eltern - also der gesamten Schulgemeinschaft - ein", erklärt Pittermann. "Denn die Gestaltung von gesünderen Lern- und Lebensbedingungen ist Voraussetzung für produktives Lernen und gute zwischenmenschliche Beziehungen in der Schule", so die Gesundheitsstadträtin.****

Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den Projektschulen bilden die Grundlage zur Weiterentwicklung gesundheitsfördernder Aktivitäten der Stadt für den Schulalltag aller Wiener Schulen.

Evaluation bestätigt positive Wirkung auf die Gesundheit

Die Evaluation der ersten Projekt-Phase hat gezeigt, dass das breite Angebot an gesundheitsfördernden Maßnahmen und Projekten von den Schulen sehr unterschiedlich und eigenständig genutzt wird. "Die Schulgemeinschaft gestaltet das Thema Gesundheitsförderung nach ihren momentanen Bedürfnissen und kann so rasch eine Verbesserung akuter Probleme erreichen", erklärt Pittermann. Das flexible Angebot verbessert die Strukturen und Prozesse in der Schule und verbessert so im Endeffekt den Gesundheitszustand und das Gesundheitsverhalten v.a. der SchülerInnen. Pittermann zeigt sich erfreut darüber, dass gerade die Eigenständigkeit in der Gestaltung neben einem hohen Maß an Output und Zufriedenheit mit den gesundheitsfördernden Maßnahmen auch eine große Nachhaltigkeit der Ergebnisse bewirkt.

Die Evaluierung zeigt, dass die Beteiligung der Schülerinnen an der Zielformulierung im Projektverlauf zugenommen hat. Die meisten Projekte wurden zu den Themenbereichen psychosoziale Gesundheit, Gesundheitsverhalten und Arbeitswelt abgehalten.

Die Schüler haben nach Abschluss der gesundheitsfördernden Projekte weit stärker das Gefühl, von den LehrerInnen unterstützt zu werden. Sie fühlen sich in der Schule wohler, auch das subjektive Gesundheitsempfinden v.a. von Mädchen hat sich signifikant verbessert. Sie haben in höherem Ausmaß das Gefühl, bei der Gestaltung von Vorschriften mitentscheiden zu können. Die Belastung durch die Schule sowie Alkohol- und Nikotinkonsum gehen zurück. Das Klassenklima verbessert sich, die Schule wird als gerechter und als weniger streng erlebt.

In der ersten Projektphase wurden hauptsächlich mädchenspezifische Projekte durchgeführt. Projekte für die Gesundheit der LehrerInnen oder die Schulentwicklung wurden kaum durchgeführt. Die beteiligten Schulen, die auch in der zweiten Phase des Projektes mitarbeiten, wollen in Zukunft ihr Projektmanagement verbessern, mehr KollegInnen einbeziehen sowie die Zusammenarbeit mit Eltern, Schülern und Schulärzten verstärken.

Phase 2 eines erfolgreichen Projektes

Anschließend an die Pressekonferenz wurden den Schuldirektoren der 32 Schulen des Netzwerks die Teilnahme-Urkunden für die zweite Staffel des Projektes überreicht.

In der ersten Phase haben 12 Schulen innerhalb von drei Jahren bereits verschiedene Facetten von Gesundheitsförderung in ihrem Haus etabliert und Gesundheit auf ganz neue Art erlebbar gemacht. Nun erfolgt der Start der zweiten Projektphase.

Das WHO-Projekt "Wiener Netzwerk - Gesundheitsfördernde Schulen" bietet Schülern, Lehrern und Eltern der teilnehmenden Schulen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen und ihr Wissen rund um das Thema Gesundheit mit Unterstützung der Stadt Wien auszubauen. Dabei werden verschiedene Multiplikatoren im Bereich Gesundheitsförderung weitergebildet und professionalisiert.

Gesundheitsförderung findet in diesem Projekt auf allen Ebenen des schulischen Alltags statt und umfasst sowohl körperliche, als auch seelische und soziale Gesundheit und die Gestaltung der schulischen Umgebung. Die einzelnen Projekte befassen sich daher mit einer breiten Palette von Themen: von der gesunden Jause, Bewegungsprojekten und Konfliktmanagement-Kursen über Hygiene, offene Lernformen, den Einsatz von Mediatoren und Schulentwicklung bis hin zur Gestaltung der Klassenräume und des Schulhofes.

Wiener Netzwerk ist Teil europaweiter Kooperation

Im Wiener Netzwerk werden den Schulen neben Workshops zu inhaltlichen Schwerpunkten (z.B. Suchtprävention, Sozialverhalten, Konfliktmanagement), Beratung und Unterstützung bei der schulischen Projektarbeit sowie Seminare zu Projektmanagement, Kommunikation, Teambildung und Moderation geboten.

Das "Wiener Netzwerk - Gesundheitsfördernde Schulen" ist ein Kooperationsprojekt des Gesundheits- und Bildungsressorts der Stadt Wien. Es ist Teil des österreichischen und europäischen Netzwerkes Gesundheitsfördernder Schulen. (Schluss) rog

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