Hilferuf der Brauer an den Finanzminister

Wien (OTS) - Mehr als 50 % steuerliche Belastung (Biersteuer, Umsatzsteuer) stellen die Brauereien vor das nahezu unlösbare Problem, im Preisvergleich mit den deutschen Nachbarn vor den Augen von preisbewussten Konsumenten und kritischen Konsumentenschützern zu bestehen. Daher sollte die Einführung des EURO als Zäsur für eine Angleichung der Steuerquote gelten.

Wenn mit Beginn des kommenden Jahres der Euro als europäische Einheitswährung eingeführt wird, wird es noch klarer erkennbar sein. Die höhere steuerliche Belastung in Österreich führt dazu, dass heimische Bierliebhaber für ihren Gerstensaft tiefer in die Tasche greifen müssen, als in den Nachbarländern. Der österreichische Fiskus macht einen zu "gierigen Schluck". Ihm gehört die Hälfte von jedem Krügel bzw. von jeder Halben, die der Bierliebhaber zu sich nimmt.

Der schon bestehende Wettbewerbsnachteil der österreichischen Brauwirtschaft wird nach Einführung der gemeinsamen Währung noch sichtbarer werden und sich verschärfen.

Die Brauereien fordern daher von Finanzminister Grasser, dass die schon mehrmals in Aussicht gestellte Steuerangleichung, bis spätestens 1.1. 2002 vollzogen wird. Die damit einhergehende Preisreduktion würde selbstverständlich zur Gänze von den Brauern weitergegeben werden und so den Konsumenten zugute kommen. Überdies plädieren die Brauereien gemeinsam mit dem Handel an Finanzminister Grasser das Pfand von der Umsatzsteuer zu befreien. Damit könnte z.B. das Pfand auf eine Kiste um 11 Schilling gesenkt werden, was nicht nur die Konsumenten entlasten, sondern auch eine förderliche Maßnahme in Richtung ökologisch wertvolles Mehrwegsystem darstellen würde.

Im Jahr 2000 erzielten die österreichischen Brauereien einen Umsatz von mehr als 12 Milliarden Schilling (rund 870 Millionen Euro). Dem Fiskus brachte das Bier Steuern in der Höhe von insgesamt beinahe 8 Milliarden Schilling (rund 580 Millionen Euro).

Die gesamtsteuerliche Belastung beträgt hierzulande hochgerechnet 50% und mehr und ist damit beinahe dreimal so hoch wie in Deutschland, womit Bier tatsächlich zu flüssigem Gold wird - wenn auch vor allem für den Finanzminister. Die Folge davon ist, dass heimische Bierliebhaber für eine Flasche ihres Lieblingsgetränks de facto rund 25% mehr bezahlen müssen, als in Deutschland. Diese wettbewerbsverzerrende österreichische Steuergesetzgebung kann in grenznahen Brauereien selbst durch kaufmännisches Geschick nur schwer ausgeglichen werden.

Außerdem haben die Klein- und Mittelbrauereien Österreichs gegenüber ihren deutschen Konkurrenten einen weiteren Nachteil: Die Biersteuer-Mengenstaffel in Deutschland bevorzugt Brauer bis zu einem jährlichen Ausstoß von bis zu 200.000 Hektoliter stärker als dies in Österreich der Fall ist.

Österreichs Biere zählen qualitativ zu den besten Erzeugnissen Europas, sie müssen daher auch durch eine gerechte Steuerpolitik in die Lage versetzt werden, im Preiskampf mit Bieren aus den Nachbarländern bestehen zu können.

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